Do, 19. Juli 2018

"Krone"-Interview

09.08.2017 16:50

Veith: "Fünf Stunden pro Tag fürs Comeback!"

Nach der WM in St. Moritz war es Monate ruhig um Anna Veith - bei einem Termin von Sponsor Komperdell in Ischl sprach der Ski-Star über ihre Rückkehr und Damen-Fußball.

"Krone": Anna Veith, seit Ihrem abgebrochenen Comeback nach dem WM-Riesentorlauf Ende Februar in St. Moritz ist es sehr still geworden.
Anna Veith: Stimmt! Aber aktuell bin ich wieder im Training, habe gerade mit Sprüngen angefangen. Damit bin ich wieder einen Schritt weiter. Das Niveau, um auf Skier zu steigen, habe ich aber noch nicht ganz.

"Krone": Die WM in St. Moritz war also gleichzeitig das letzte Mal auf Skiern?
Veith: Ja! Ich bin zwar kurz vor meiner Operation an der Patellasehne noch eine Skitour gegangen. Dabei hatte ich aber auch Schmerzen.

"Krone": Jetzt auch noch?
Veith: Nein, nach der OP war es sofort besser, ich war nach Jahren endlich wieder komplett schmerzfrei. Dass es so bleibt, ist das Ziel. Es sieht gut aus, und darüber bin ich sehr erleichtert.

"Krone": Damit steht einem Antreten beim Saisonauftakt in Sölden nichts im Weg?
Veith: Sölden war nie mein Ziel. Ich will im November, vielleicht aber schon im Oktober, wieder auf Skiern stehen. Ich trainiere sehr viel Schnellkraft und Ausdauer, damit ich wieder so Ski fahren kann, wie ich mir das vorstelle. Darum liegen jetzt noch zwei ganz wichtige Monate vor mir.

"Krone": Aber Anna Veith wird definitiv zurückkommen?
Veith: Ich tue im Training alles dafür, arbeite mit Therapie fünf Stunden am Tag am Comeback. Denn Skifahren ist das, was ich liebe.

"Krone": Welche Ziele haben Sie noch? Als Olympiasiegerin, Weltmeisterin und Weltcup-Gewinnerin muss man niemandem mehr etwas beweisen, außer sich selbst. Wie motivieren Sie sich noch?
Veith: Das fällt mir nicht mehr schwer. In den letzten Jahren musste ich ständig Schwierigkeiten überwinden, das hat mich motiviert. Das brauche ich jetzt nicht mehr. Denn ich mache ja das, was ich gerne mache. Und dass ich das aktuell ohne Schmerzen machen kann, das hat mich sehr befreit.

"Krone": Eine letzte Frage, wie nimmt man als Frau die Erfolge der Damen-Fußballerinnen bei der EM auf?
Veith: Cool, welche Euphorie entstanden ist. Respekt, das hätten die Männer auch sicher gerne.

Markus Neißl, Kronen Zeitung

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