So, 21. Oktober 2018

"Waterloo" droht

10.06.2017 21:51

Causa Monschein: Admira spielt mit dem Feuer!

Mit einer offiziellen Stellungnahme hat die Admira am Samstag auf die Aussagen des Managements von Christoph Monschein reagiert, mit denen Berater Christian Sand die Anfechtung des Spieler-Vertrages begründet hatte. Der Inhalt der Aussendung: Na ja, eher halbseiden.

Logisch, dass sich die Admira im Recht fühlt. Zweifelhaft aber die Erklärung. Monschein hatte im Jänner 2016 eine Vereinbarung unterzeichnet, die auf einem besseren Ostliga-Vertrag basierte. Laut "Krone"-Recherchen mit einem Grundgehalt von 2700 Euro brutto. Die einseitige Option auf Verlängerung bis 2019 beinhaltete zwar eine prozentuelle Erhöhung, die aber nur unwesentlich über die 3000-Euro-Marke hinausging. Zu gering für einen der besten Stürmer der Bundesliga.

Mahnendes Beispiel Mattersburg
Und somit seit dem OGH-Urteil im Fall Karim Onisiwo kaum haltbar. Monscheins Akt liegt bereits beim Wiener Anwalt Dr. Robert Palka, der auch Onisiwos Freigabe für Mainz durchboxte. Der Prozess kostete Mattersburg damals einen sechsstelligen Betrag. Noch ist sich die Admira dieser Gefahr offenbar nicht bewusst - aber noch muss es nicht so weit kommen. "Es gibt nach wie vor drei Klubs, die bereit wären, eine passende Ablöse zu zahlen", erklärt Sand, "unter passend verstehe ich um die 500.000 Euro."

Dass die Admira in ihrer Aussendung Sand als Lügner hinstellt, weil er behauptete, sie hätte ihm keine konkrete Ablösesumme genannt, entlockt dem Kärntner ein müdes Lächeln. "Ich habe angeboten, dass wir einen neuen Vertrag aushandeln, samt Ausstiegsklausel, vergeblich." Alles deutet auf einen Rechtsstreit hin - dass Monschein weiter für die Admira spielt, ist auszuschließen.

Eigene Welt vor den Toren Wiens
Apropos Admira: Zuerst die Vertragsauflösung mit Trainer Oliver Lederer, die sich wie ein trockener Kaugummi durchs Frühjahr zog, jetzt die Eskalation im Feilschen um Monschein - die Admira zieht Konflikte offenbar an. Unterm Strich ein hausgemachtes Problem, weil die Kommunikation in der Südstadt - gelinde gesagt - eigenwillig ist.

Flyeralarm hat den Verein während der Saison übernommen und finanziell wieder auf Schiene gestellt. Der Geldgeber sicherte sich aber das Recht, sämtliche Entscheidungen im Profibereich alleine treffen zu dürfen. Mit Amir Shapourzadeh wurde aus der Zentrale in Würzburg ein Statthalter entsandt, um mit erst 34 Jahren den Manager zu machen. An sich kein Problem, wenn man die Gegebenheiten der Liga akzeptiert und nicht davon überzeugt ist, auf Anhieb der Beste seiner Zunft zu sein …

Shapourzadeh gibt sich zumindest so. Verhandeln ist nicht seine Sache. Wohl auch, weil er extrem weisungsgebunden ist. Denn alle Entscheidungen müssen von Flyeralarm-Boss Thorsten Fischer in Deutschland abgesegnet werden. Bei den Verhandlungen mit der Austria um Monschein schaltete er sich persönlich ein, wollte für den Spieler kein Geld, sondern einen (potenten) Sponsor aus dem violetten Pool. Eigene Welt vor den Toren Wiens …

Hannes Steiner, Kronen Zeitung

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