Schrott-Meiler

Reaktor-Steuerung wird immer kaputter

Mit „atemberaubendem Tempo“, so Landes-Experte Radko Pavlovec, werden die gefährlichen Schäden am Steuersystem des Atomkraftwerks Temelín mehr: Die Zahl der kaputten Steuerstäbe hat sich innerhalb nur eines Monats fast verdoppelt.

Pavlovec rechnet damit, dass es schon zu Jahresbeginn wieder „eine ähnliche Situation wie im Juni 2006“ geben kann. Damals musste das komplette Brennelemente-System ausgetauscht werden, weil 51 der 61 Steuerstäbe durch die Hitze verbogen waren. Sie müssten bei einer Schnellabschaltung zwischen den Brennstäben nach unten fallen und die nukleare Reaktion stoppen - aber sie klemmten. „Das verzögert die Abschaltung, im Extremfall kann es zur Kernschmelze kommen“, so Pavlovec.

Im September waren von den neuen Steuerstäben schon wieder sieben verbogen, bei einem Test im Oktober klemmten auch sechs weitere. Zusätzlich gibt es im Block 2 Probleme mit undichten Brennstäben.

„Die Bundesregierung muss sofort die angekündigte Völkerrechtsklage einbringen“, fordert Landesrat Rudi Anschober. Oberösterreich selbst wird in Brüssel Druck machen: „EU-Kommissar Verheugen ist Mitunterzeichner des Melker Abkommens und daher mitverantwortlich, dass es erfüllt wird.“ Tschechien erklärt, es halte sich an alle Abmachungen. Österreich habe das auch bestätigt. „Das muss dementiert werden“, kontert Anschober.

 

 

Foto: rubra

Samstag, 19. Juni 2021
Wetter Symbol