19.04.2017 10:48 |

Inflation im März

Wocheneinkauf teurer, Löhne steigen nur minimal

Die allgemeine Teuerung in Österreich ist im März leicht gesunken. Die Jahresinflationsrate betrug 2,0 Prozent, nach 2,2 Prozent im Februar. Der wöchentliche Einkauf (Mikrowarenkorb) hat sich hingegen im Jahresabstand um rund vier Prozent verteuert. Hauptpreistreiber waren erneut Treibstoffe, wie die Statistik Austria am Mittwoch mitteilte.

Das Preisniveau des Mikrowarenkorbs, der überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen und den Kaffee im Kaffeehaus enthält und den täglichen Einkauf abbildet, stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,7 Prozent, nach plus 3,2 Prozent im Februar, teilte die Statistik Austria am Mittwoch mit.

Rückgang bei den Gemüsepreisen
Im Supermarkt mussten Konsumenten großteils tiefer in die Geldbörse greifen: Nahrungsmittel verteuerten sich im März im Jahresabstand um 1,5 Prozent, aber deutlich weniger als im Februar mit plus 2,4 Prozent. Ausschlaggebend dafür war ein Rückgang bei den Gemüsepreisen im März um 1,7 Prozent, nach einem Anstieg von 8,3 Prozent im Februar wegen Frostschäden bei Gemüse aus Südeuropa. Fisch kostete im März um 12,2 Prozent mehr, Brot und Getreideerzeugnisse um 2,0 Prozent, Milch, Käse und Eier um 1,3 Prozent und Fleisch um 0,8 Prozent. Bei Obst gab es einen Preisrückgang um 0,9 Prozent. Alkoholfreie Getränke verteuerten sich um 3,4 Prozent, Kaffee um 4,7 Prozent.

Die Preisentwicklung bei der gesamten Haushaltsenergie war im März mit minus 0,1 Prozent nahezu preisstabil. Ohne Treibstoffe und Restaurantausgaben hätte die Inflation laut den Statistikern im März nur 1,3 Prozent betragen. Einen Rückgang der Inflationsrate in Österreich gab es zuletzt im April 2016, damals sank die Inflation auf 0,5 Prozent und damit den tiefsten Wert seit Oktober 2009. Seit vergangenem April kletterte die Teuerungsrate kontinuierlich nach oben.

Für Restaurants und Hotels musste man in Österreich durchschnittlich um 2,9 Prozent tiefer in die Tasche greifen. Als leichter Preisdämpfer erwiesen sich um 2,1 Prozent verbilligte Telefon- und Telefaxdienste.

Kalte Progression frisst Löhne auf
Die Inflation spielt auch bei Lohnerhöhungen eine Rolle. Einkommen steigen zwar jährlich, da die Steuerstufen aber nicht gleichzeitig an die Inflation angepasst werden, verlieren Arbeitnehmer durch die kalte Progression real an Kaufkraft. Diesen Effekt möchte die Regierung abfedern, SPÖ und ÖVP sind sich aber nach wie vor nicht einig, wer von der Entlastung profitieren soll.

Im Jänner konnten sich die Koalitionsparteien zwar auf einen Kompromiss einigen: Demnach sollen die unteren beiden Steuertarife (bis 18.000 Euro Jahreseinkommen) automatisch an die Inflation angepasst werden, wenn die Teuerung fünf Prozent überschreitet. Ob und wie die darüber liegenden Einkommen entlastet werden, blieb aber strittig. Im neuen Regierungsprogramm heißt es dazu kryptisch: "Über die weiteren Entlastungsmaßnahmen entscheidet die Politik auf Basis eines Progressionsberichts."

Schelling glaubt an baldige Einigung auf Entlastungspaket
Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) zeigte sich vor Kurzem überzeugt, dass die Abschaffung der kalten Progression demnächst umgesetzt werden könne. Ende April soll ein Entwurf in Begutachtung gehen, vom Nationalrat könnte die Vorlage somit noch im ersten Halbjahr beschlossen werden.

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