13.04.2017 13:02 |

Iraker nicht Täter

Dortmund-Terrorist ist noch auf freiem Fuß

Jener 26-jährige Iraker, der nach dem Anschlag auf die deutsche Fußballmannschaft Borussia Dortmund wegen Tatverdachts verhaftet worden ist, dürfte mit der Tat doch nichts zu tun haben. Wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte, hätten sich keine Belege für eine Beteiligung an dem Bombenangriff auf den Mannschaftsbus am Dienstagabend ergeben. Dennoch wurde Haftbefehl beantragt, denn der 26-Jährige soll Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat sein.

Abdul Beset A. soll im Irak eine Einheit der Terrororganisation angeführt haben. Aufgabe seiner Einheit war es demnach, Entführungen, Verschleppungen, Erpressungen und auch Tötungen vorzubereiten. Er soll auch selbst gekämpft haben. Anfang 2016 reiste A. den Angaben zufolge über die Türkei nach Deutschland ein. Der Mann soll weiterhin Kontakte zu IS-Mitgliedern in der Türkei haben. Der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs wird nun über den Erlass eines Haftbefehls entscheiden.

Auch zweiter Mann nicht mehr unter Verdacht
Auch der zweite Mann, der ins Visier der Ermittler geraten war, steht nicht mehr unter Verdacht. "Der Tatverdacht hat sich nicht erhärtet", sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft. Es gebe keine Hinweise, dass der 28-Jährige in die Tat verwickelt sei.

Die Ermittler gehen bei dem Anschlag von einem islamistischen Hintergrund aus. Ein Bekennerschreiben nimmt Bezug auf den Kampf Deutschlands und "anderer Kreuzfahrer"-Nationen gegen das "Kalifat" des Islamischen Staates. Auch von einer Todesliste mit Namen zahlreicher prominenter Personen - darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel - ist die Rede.

Am Dienstagabend waren drei Sprengsätze in der Nähe des Mannschaftsbusses des BVB explodiert, als dieser vom Hotel im Dortmunder Stadtteil Höchsten zum Stadion losfuhr. Dabei wurden der Innenverteidiger Marc Bartra und ein Polizist verletzt. Das daraufhin abgesagte Champions-League-Viertelfinalspiel gegen den AS Monaco wurde am Mittwoch nachgetragen. Monaco gewann das Match mit 3:2.

Video: BVB-Spieler äußern sich kritisch über das Nachtragsspiel, das nicht einmal 24 Stunden nach dem Anschlag angesetzt wurde.

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