09.04.2017 12:25 |

Terror in Stockholm

Kaufhaus wollte verbrannte Ware rasch verscherbeln

Über jenes Kaufhaus in Stockholm, in das der Attentäter am Freitagnachmittag mit einem Lkw gerast war und dabei vier Menschen getötet hatte, ist im Internet ein heftiger Shitstorm entstanden. Das Einkaufszentrum wollte am Sonntag, knapp 48 Stunden nach dem blutigen Anschlag, wieder öffnen und dabei verbrannte Waren zum halben Preis verkaufen. Nach heftiger Kritik ruderte man zurück: Das Kaufhaus bleibt geschlossen, die Schnäppchenjagd wurde abgesagt. "Wir möchten uns für diese schlechte Entscheidung entschuldigen!", hieß es auf Facebook.

Tausende Facebook-Nutzer nannten die Pläne geschmacklos. "Wir standen unter Druck und haben in einer Situation zu schnell reagiert, die für uns alle schrecklich und unwirklich ist", entschuldigte sich das Kaufhaus Ahlens am Sonntag auf Facebook. Und fügte hinzu: "Es ging nie darum, Geld mit dem äußerst tragischen Ereignis, das Stockholm getroffen hat, zu verdienen."

Kaufhaus öffnet am Montag wieder
Weiters habe man sich entschlossen, das Kaufhaus erst am Montag wieder zu öffnen. Den Sonntag wolle man dazu nutzen, die teilweise beschädigten Räumlichkeiten zu restaurieren. Beschädigte Ware soll keine verkauft werden. Allen Mitarbeitern gehe es "den Umständen entsprechend" gut, erklärte das Kaufhaus. "Ahlens ist ein Teil der offenen Gesellschaft, und wir werden nie den bösen Kräften nachgeben, die das ändern wollen."

Todeslenker wird verhört
Nach dem blutigen Lkw-Anschlag ermittelt die Polizei wegen Terrorverdachts gegen einen 39- jährigen Mann aus Usbekistan, bei dem es sich mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit um den Todeslenker handelt. "Es spricht viel dafür, dass der Festgenommene der Fahrer ist, aber was genau dafür spricht, will ich nicht kommentieren", sagte der Polizeisprecher am Sonntagmorgen. "Die Beweislage sieht gut aus." Am Samstag wurde der Usbeke nach Angaben seines Anwalts zum ersten Mal verhört. Mehrere schwedische Medien berichteten, der Usbeke sei IS-Anhänger und vierfacher Familienvater.

Amateurvideo zeigt die Todesfahrt von Stockholm:

Drei Todesopfer identifiziert
Unterdessen konnten drei der vier Todesopfer identifiziert werden. Ihre Angehörigen seien informiert, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag im schwedischen Fernsehen. Unter den vier Toten ist auch eine Belgierin. "Wir haben leider beim Attentat von Stockholm eine Landsmännin verloren", teilte Außenminister Didier Reynders am Sonntag mit. "Ich drücke ihrer Familie und ihren Angehörigen mein Beileid aus."

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