03.04.2017 16:55 |

Weniger Touristen

So ruiniert Erdogan die türkische Wirtschaft

Die Inflationsrate beträgt mehr als elf Prozent, die Wirtschaft bricht ein, die Währung fällt: Die Türkei leidet zunehmend unter dem politischen Kurs ihres Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Dieser hat derzeit vor allem den Ausbau seiner Macht sowie die Ausschaltung seiner politischen Gegner im Fokus. Für nachhaltige Wirtschaftspolitik bleibt da offenbar keine Zeit mehr ...

Die türkische Lira ist auf einem historischen Tiefststand, binnen eines Jahres hat sie zum Dollar 30 Prozent verloren. Lebensmittel, Alkohol und Verkehrskosten stiegen um einen zweistelligen Prozentsatz, die Arbeitslosigkeit kletterte auf 12,7 Prozent. Das spüren die Menschen.

Die einst blühende Wirtschaft des Landes muss herbe Rückschläge verkraften: Im Vorjahr gab es einen Einbruch der Auslandsinvestitionen um 40 Prozent, die Tourismuseinnahmen sanken um ein Drittel. Im großen Basar von Istanbul mussten seit vergangenem Sommer 600 von 2000 Läden schließen, die Ratingagenturen haben die Kreditwürdigkeit der Türkei auf "Ramschniveau" heruntergestuft.

Auch Terroranschläge schrecken Touristen ab
Doch nicht nur die Politik Erdogans, sondern auch Terroranschläge wie jener zu Silvester in Istanbul setzen der Wirtschaft zu. Das wichtige Geschäft mit Urlaubern ist eingebrochen. Die Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel sowie die Nazi-Vergleiche von Erdogan im Wahlkampf für eine Verfassungsreform belasten zudem das Verhältnis zu Deutschland und anderen europäischen Ländern.

Video: Touristen bleiben aus - Istanbul renoviert Basar

Kronen Zeitung

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