Mo, 16. Juli 2018

10 Jahre Haft drohen

06.03.2017 14:29

Prozess gegen Ex-Drogeriekönig Schlecker gestartet

Begleitet von großem Medieninteresse hat Montagvormittag der Prozess gegen Anton Schlecker begonnen. Der Gründer der gleichnamigen Drogeriemarktkette muss sich vor dem Stuttgarter Landgericht wegen vorsätzlichen Bankrotts verantworten. Ihm wird vorgeworfen, im Zusammenhang mit der Insolvenz seines Unternehmens Vermögen beiseitegeschafft zu haben. Schlecker drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Schlecker, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, soll Vermögen dem Zugriff der Gläubiger entzogen und Millionen beiseitegeschafft, den Zustand des Konzerns im Konzernabschluss falsch dargestellt und vor dem Insolvenzgericht unrichtige Angaben gemacht haben.

Schleckers Anwalt weist Vorwürfe zurück
Das wies sein Verteidiger Norbert Scharf am Montag zurück. Schlecker habe die drohende Milliardenpleite seines Unternehmens bis zuletzt nicht wahrhaben wollen. "Die Insolvenz seines Unternehmens war für ihn schlicht nicht vorstellbar. Die Firma war sein Lebenswerk - und blieb es bis zuletzt", so der Anwalt.

Mit auf der Anklagebank sitzen Schleckers Frau Christa, seine beiden Kinder Meike und Lars sowie zwei Wirtschaftsprüfer. Bei ihnen geht es um Beihilfe zum Bankrott. Schleckers Sohn und Tochter müssen sich auch wegen Insolvenzverschleppung und Untreue verantworten.

Auch in Linz Klage gegen Schlecker-Familie
Gegen Christa Schlecker und ihre beiden Kinder ist seit 20. Jänner auch in Linz eine Klage anhängig. Die Nachfolgegesellschaft von Schlecker Österreich, Dayli, war nach einem Jahr ebenfalls zahlungsunfähig geworden. Insolvenzverwalter Rudolf Mitterlehner habe eine Klage über 20 Millionen Euro eingebracht, auch wenn der Schaden auf 172 Millionen Euro geschätzt werde, und habe sich eine Ausdehnung der Klage auf die volle Summe vorbehalten, hieß es.

Europas ehemals größte Drogeriemarktkette Schlecker hatte im Jänner 2012 Insolvenz angemeldet. Mehr als 25.000 Menschen in Deutschland und noch einmal so viele im Ausland verloren ihren Arbeitsplatz. In Österreich führte der Unternehmer Rudolf Haberleitner das Unternehmen als Drogeriekette Dayli noch ein Jahr weiter.

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