Mo, 18. Juni 2018

Zwei Opfer

19.10.2006 18:13

Elf Jahre Haft in Schussattentat- Prozess

Nach einem Schussattentat auf eine Schülerin ist der 29-jährige Angeklagte Donnerstagabend im Landesgericht Wels zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von elf Jahren verurteilt worden. Er wurde wegen Mordversuchs, versuchter Vergewaltigung und unbefugten Besitzes einer Schusswaffe schuldig gesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der erste Vorfall, der dem Beschuldigten zur Last gelegt wurde, hatte sich im Juli 2004 ereignet: Eine 18-jährige Schülerin ging nach einem Discobesuch in der Nacht alleine zur Wohnung ihres Freundes. Sie wurde von einem PKW aus angeschossen. Der Täter blieb zunächst unerkannt.

Ende September 2005 wurde in Vöcklabruck eine Frau überfallen. Ein Mann zerrte sie in ein Maisfeld, kniete sich auf sie und wollte sie sexuell missbrauchen. Dabei setzte er auch Pfefferspray ein. Er ließ aber von der Frau ab, nachdem sie geblufft hatte: "Ich kenn dich."

DNA-Probe überführte Täter
An beiden Tatorten wurden DNA-Spuren sichergestellt. Nach einem Vergleich der Proben mussten die Sicherheitsbehörden von einem Wiederholungstäter ausgehen. Mehrere Personen wurden überprüft, bei dem Angeklagten stimmte die DNA-Probe mit denen von den Tatorten überein. In seinem Auto wurden neben dem Pfefferspray eine Sturmhaube und Handschellen gefunden.

Anklagepunkte bestritten
Der Staatsanwalt hatte dem Beschuldigten im Prozess vorgeworfen, sich dümmer zu stellen, als er sei. Dieser erklärte, dass er die Waffe in der Nacht, in der das Mädchen von einem Schuss getroffen wurde, nur ausprobieren wollte. Die Tötungsabsicht bestritt er genauso wie die Vergewaltigung.

Neben der Haftstrafe fasste der Angeklagte auch noch Teilschmerzensgelder aus: Der 18-jährigen Schülerin muss er 5.000 Euro zahlen, das zweite Opfer erhält 1.000 Euro.

Symbolbild

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