Sa, 18. August 2018

80 Ehrenamtliche

28.12.2016 15:50

Keine "Stille Nacht" für die Telefonseelsorge

142 - unter dieser Nummer ist das ganze Jahr über die Telefonseelsorge der Diözese Innsbruck kostenlos erreichbar. Vor allem zu Weihnachten stehen die Telefone kaum still. Es ist in erster Linie die Einsamkeit, die viele Tiroler beschäftigt. Aber auch mit Konflikten und enttäuschten Erwartungen haben so einige zu kämpfen.

Rund 16.000 Anrufe nehmen die 80 freiwilligen Mitarbeiter der Telefonseelsorge jährlich entgegen - und zwar von Personen aus ganz Tirol. "Um die Weihnachtszeit nehmen die Anrufe stets deutlich zu", erklärt Leiterin Andrea Höpperger und fügt hinzu: "Dabei teilen sich die Themen, die die Menschen beschäftigen, auf den gesamten Zeitraum stets gut auf."

Erste Anrufer melden sich vor Weihnachten

Vor den Feiertagen melden sich jene Tiroler, die auf einmal in einer neuen Lebenssituation sind und nicht wissen, was auf sie zukommen wird. "Das sind zum Beispiel Witwen, die ihren Mann verloren haben und sich ein Weihnachtsfest ohne ihren Partner nicht vorstellen können. Aber auch Begegnungen mit Familienmitgliedern, zu denen man ein eher schlechtes Verhältnis hat, werden angesprochen", schildert Höpperger.

Einsamkeit ein großes Thema

Direkt zu Weihnachten hingegen wählen überwiegend vereinsamte Tiroler die Telefonnummer 142. "Diese Personen haben niemanden mehr. Sie leben sehr isoliert und verfügen auch über keinen Freundeskreis - und von denen gibt es relativ viele in Tirol", klärt Höpperger auf. Hinzu kommen Anrufe von Menschen, die sich einfach nur einmal für die Dienste der Ehrenamtlichen aufrichtig bedanken möchten. Und auch nach den Weihnachtsfeiertagen wird noch rege um Rat gefragt. "Da haben dann sehr viele mit enttäuschten Erwartungen nach dem Fest oder ungelösten Familienkonflikten wie etwa mit der Schwiegermutter zu kämpfen", weiß die Leiterin.

"Bei schweren Fällen vermitteln wir weiter"

Die Rolle der freiwilligen Mitarbeiter sind bei den Beratungen klar. "Wir sind dazu da, in Ruhe zuzuhören und nicht Lösungsvorschläge zu geben. Die anonymen Anrufer wollen das Gefühl haben, dass sich jemand für sie und ihre Probleme interessiert", sagt Höpperger. Bei sehr schweren Fällen wird natürlich versucht, zu vermitteln. "Wir sind das Erste-Hilfe-Zentrum und sehen uns als Drehscheibe. Wenn jemand professionelle Hilfe braucht, vermitteln wir natürlich weiter. Wir verfügen über rund 600 Kontakte, darunter sind etwa Selbsthilfegruppen", schildert sie.

Neue Ehrenamtliche gesucht

Wer sich für diese ehrenamtliche Tätigkeit selbst interessiert, dem bietet sich im September 2017 die einmalige Gelegenheit, sich von der Telefonseelsorge der Diözese Innsbruck ausbilden zu lassen. Nähere Informationen unter www.telefonseelsorge.at

Jasmin Steiner
Jasmin Steiner

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