09.10.2006 21:00 |

Festgenommen

82-Jährige überführt "Neffen-Betrüger"

Sie geben sich telefonisch gegenüber betagten Mitbürgern als Neffen oder Nichten aus, die dann über Geldprobleme jammern und ihre Opfer zur Übergabe hoher Summen überreden - österreichweit betrog diese Bande bereits etwa dreißig Männer und Frauen. Dank einer 82-jährigen Linzerin wurde nun ein Täter gefasst.

Die Vorgehensweise meist in Deutschland lebenden Bandenmitglieder ist immer gleich: Sie suchen aus Telefonbüchern Opfer mit "altmodischen" Vornamen heraus - weil sie vermuten, dass es sich da um ältere Personen handelt. Oder sie suchen unter Todesanzeigen nach "passenden" Witwen oder Witwern.

Dann ruft ein Bandenmitglied an, gibt sich als Verwandter aus. Wobei den Opfern erst passende Namen ("weißt eh, wer ich bin...?") und dann Adressen ("wohnst du eh noch in - wie heißt das doch gleich?") herausgelockt werden, ehe erzählt wird, dass man dringend Geld brauche. Ist das Opfer dazu überredet, wird es observiert und bei der Bank zur Geldübergabe abgefangen.

Mutige 82-Jährige ließ sich nicht täuschen
In Linz wurde nun eine 82-jährige Pensionistin von solch einer imaginären "Nichte" angerufen: "Ich brauche für eine Erbschaftsentgegennahme dringend 41.000 Euro." Die betagte Dame ging zum Schein darauf ein, alarmierte aber sofort das Landeskriminalamt. Kurz darauf wurde vor der Wohnung des Opfers ein 23-jähriger Mann geschnappt, der die Frau beobachtete und per Handy mit Komplizen Kontakt hielt. Diesem Verdächtigen konnten dann noch zwei solcher Betrugsversuche nachgewiesen werden.

Von Johann Haginger

Symbolbild; Foto: Andi Schiel

Sonntag, 13. Juni 2021
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