"Terrorpropaganda"

Türkischer Staatsanwalt klagt Kicker Deniz Naki an

Sport
05.10.2016 17:42

Die türkische Staatsanwaltschaft hat gegen Fußballer Deniz Naki wegen Terrorpropaganda Anklage erhoben. Dem Ex-Profi des FC St. Pauli und Paderborn drohen bis zu fünf Jahre Haft, meldete die Nachrichtenagentur Dogan mit Verweis auf die Anklageschrift. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass Naki auf sozialen Medien Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK gemacht habe.

Dem Bericht zufolge wies der in Deutschland geborene 27-Jährige die Vorwürfe zurück und erklärte, er habe Friedensbotschaften verbreiten wollen. Wegen angeblicher Propaganda war der Profi kurdischer Abstammung vom türkischen Fußballverband bereits wegen "ideologischer Propaganda" für zwölf Spiele gesperrt worden.

Auslöser war ein Facebook-Eintrag Nakis. Nachdem sein in der Kurdenmetropole Diyarbakir beheimateter Verein Amed SK sensationell im Cup gegen Bursaspor gewonnen hatte, schrieb Naki unter anderem, der Sieg sei denen gewidmet, "die bei den Grausamkeiten, die seit über 50 Tagen auf unserem Boden stattfinden, getötet oder verletzt wurden".

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