"Ihr seid widerlich"

13-Jährigen in den Tod gemobbt: Vater klagt an

Ausland
15.08.2016 10:32

Jahrelang war der 13-jährige Danny Fitzpatrick aus New York von seinen Mitschülern gemobbt worden. Am vergangenen Donnerstag sah der Teenager keinen anderen Ausweg mehr - und erhängte sich in seinem Elternhaus. Sein verzweifelter Vater nimmt in einem berührenden Video (siehe oben!) Abschied von seinem Sohn - und findet scharfe Worte für jene Kinder, die seinen Buben in den Selbstmord getrieben haben.

"Die Geschichte meines Sohnes kennt nun die ganze Welt. Und jetzt wissen alle, welche Qualen er durchleben musste. Ich vermisse meinen Sohn sehr", so Daniel Fitzpatrick unter Tränen zu Beginn des mehr als 18 Minuten langen Videos, das er am Samstag auf Facebook stellte und das seither bereits zehntausendfach angeklickt wurde.

Und tatsächlich wurde über Dannys Schicksal weit über New Yorks Grenzen hinaus berichtet: Der 13-Jährige besuchte eine Privatschule in Brooklyn. Doch dort fand der lebenslustige und freundliche Junge keinen Anschluss. Einige Schüler beleidigten und quälten den Teenager. Der Bub wandte sich hilfesuchend an seine Eltern, Vater Daniel suchte mit seinem Sohn daraufhin die Schuldirektion auf.

"Das sind widerliche kleine Monster"
Doch diese habe nichts unternommen, so Fitzpatrick im Video: "Die Direktorin sagte nur: 'Es wird ihm bald gut gehen. Du musst dich mehr bemühen, Danny. Kinder können nun mal grausame Geschöpfe sein.'" An dem Wort "Geschöpfe" stößt sich der verzweifelte Vater jedoch: "Diese Kinder sind keine Geschöpfe. Sie sind Monster. Widerliche kleine Monster."

Doch Danny hatte keine Kraft mehr. Der 13-Jährige nahm sich am 11. August im Haus seiner Eltern auf Staten Island das Leben. Er hatte sich erhängt, einer seiner beiden älteren Schwestern fand den toten Jungen.

Fitzpatrick wendet sich in dem Video direkt an die Eltern der sogenannten Bullys: "Ich hoffe, ihr müsst nie - niemals - fühlen, was meine Familie gerade durchmachen muss. Eure kleinen Monster haben uns - meiner Frau und meinen Töchtern - unseren Danny genommen."

"Ich hoffe, ihr leidet so, wie er leiden musste"
Und dann findet der New Yorker auch noch harte Worte für jene Kinder, die den 13-Jährigen gemobbt hatten: "Ich weiß, wer ihr seid. Ich hoffe, die Erinnerung daran, was ihr meinem Sohn angetan habt, ist bis zum Ende eures Leben in euer Gehirn gebrannt. Und ich hoffe, ihr leidet so, wie er leiden musste."

Mobbing sei eine Epidemie, die nicht auszurotten sei, so Fitzpatrick: "Irgendjemand ist immer schwer, dünn, klein, hat vielleicht eine lange Nase oder große Ohren, oder ist vielleicht sogar schwul. Diese Menschen haben aber Gefühle. Und es ist nicht richtig, über sie zu urteilen, nur weil sie anders sind als du." Der New Yorker spricht die Bullys noch einmal direkt an: "Das ist nicht cool. Ihr seid nicht cool, ihr seid widerlich."

"Ich zähle die Tage, bis ich dich wiedersehe"
Immer wieder bricht Fitzpatrick während der Aufnahmen die Stimme weg. Unter Tränen findet er am Ende des Videos noch berührende Worte für Danny: "Ich liebe dich so sehr, dass ich die Tage zähle, bis ich dich wiedersehe."

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