14.08.2016 13:47 |

Opfer und Täter tot

Schweizer Zug-Wahnsinnstat auf Video aufgezeichnet

Die Attacke eines 27-jährigen Schweizers auf Passagiere in einem Zug im St. Galler Rheintal, bei der am Samstag sechs Menschen mit einem Messer und brennbarer Flüssigkeit angegriffen wurden, ist laut Angaben der Polizei auf Video aufgezeichnet worden. Aufgrund der Aufnahmen gehen die Behörden von einem Einzeltäter aus. Der Täter und eine 34 Jahre alte Frau, die bei dem Angriff schwere Verbrennungen erlitten hatten, starben am Sonntag.

Auf den Bildern der Überwachungskamera im Regionalzug ist demnach zu sehen, wie der laut Polizei mit "mindestens" einem Messer bewaffnete 27-Jährige eine brennbare Flüssigkeit ausschüttet, die in Brand geriet. Anschließend, so zeigten die Bilder, ging der Mann auf Fahrgäste los und verletzte sechs Menschen.

Opfer verlor Überlebenskampf
Eine 34-jährige Frau erlag am Sonntagvormittag ihren schweren Verletzungen, der Täter, der laut Polizeisprecher Bruno Metzger in kritischem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert worden war, starb wenige Stunden später. Mehrere Verletzte mussten mit zum Teil schweren Brandverletzungen in Spezialkliniken geflogen werden. Bei der Attacke, die sich am Samstag gegen 14.20 Uhr kurz vor dem Bahnhof Salez-Sennwald auf der Strecke zwischen Buchs und Sennwald ereignete, wurde auch ein sechsjähriges Kind verletzt. Ein Mann verletzte sich, als er den Angreifer im Bahnhof Salez aus dem Zug riss.

Weil der Täter wegen schwerer Brandverletzungen und Schnittwunden am Samstagabend operiert worden war und daher nicht befragt werden konnte, tappte die Polizei auch am Tag nach der Bluttat was das Motiv betrifft im Dunkeln. Anzeichen für ein terroristisches oder politisches Motiv gebe es bisher nicht, hieß es am Sonntag.

Täter für Polizei unbeschriebenes Blatt
Noch am Samstag wurde beim Attentäter, der in einem Nachbarkanton von St. Gallen wohnt, eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Das Motiv für die Attacke im Zug sei nach wie vor unklar, es werde in alle Richtungen ermittelt, teilte die Polizei mit. Der 27-Jährige war bei der Kantonspolizei St. Gallen sowie in seinem Wohnkanton kriminalpolizeilich nicht verzeichnet. Im Schweizerischen Strafregister bestehe kein Eintrag über ihn, hieß es.

Die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen eröffnete eine Strafuntersuchung. Ermittelt wird unter anderem wegen schwerer Körperverletzung und Brandstiftung. Der beschädigte Teil des Zuges wurde sichergestellt, hieß es weiter.

Der Sachschaden am Zug beträgt mehr als 100.000 Franken (umgerechnet knapp 92.000 Euro). Der Bahnhof Salez-Sennwald war für den Bahnverkehr nur eingeschränkt befahrbar und wurde am Samstag erst gegen 21 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben.

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