04.09.2006 19:20 |

Reise im Monster-Jet

Super-Airbus A380 fliegt mit 474 Passagieren

Beim ersten Praxistest des Super-Airbus A380 haben am Montag 474 Passagiere das größte Verkehrsflugzeug aller Zeiten auf Herz und Nieren geprüft. Darunter waren neben knapp 30 Experten für Kabinentechnik auch hunderte Freiwillige, die unter den 15.000 Airbus-Mitarbeitern ausgelost worden waren. Der erste Passagierjet mit 555 Sitzen soll Ende 2006 an die Singapore Airlines abgeliefert werden.

Die A380-Testmaschine war kurz vor 10:00 Uhr im französischen Toulouse zu ihrem siebenstündigen Langstreckenflug gestartet. Das Flugzeug flog eine Schleife und über Toulouse hinweg auf die Testreise. Gegen 17:00 Uhr setzte der A380 wieder auf einer Landepiste des Flughafens der südfranzösischen Stadt Blagnac auf.

Die Testpassagiere sollten von der Bequemlichkeit der Sitze über die Toiletten und die Leistung der Klimaanlagen bis hin zu Beleuchtung und Vibration mögliche Schwächen aufdecken, die vor dem Ersteinsatz korrigiert werden können.

Airbus ist mit dem Prestigeprojekt A380 um mindestens ein Jahr in Verzug, was beim Mutterkonzern EADS bis 2010 zu Gewinneinbußen von zwei Milliarden Euro führt. Wegen der Fertigungsprobleme mussten EADS-Co-Chef Noël Forgeard und Airbus-Chef Gustav Humbert Anfang Juli gehen. Am Montag tauschte Airbus auch den Chef des A380-Programms, Charles Champion, durch den Luxemburger Mario Heinen aus.

Bis Freitag sollen drei weitere Testflüge mit Passagieren von zehn, zwölf und 15 Stunden Dauer folgen. Darunter ist ein Nachtflug, um alle Flugbedingungen abzudecken. Die insgesamt vier Testflugzeuge haben bisher fast 2.000 Flugstunden absolviert. Bisher wurden 159 Passagier- und Frachtflugzeuge des Typs A380 von 16 Kunden fest bestellt.