Klien ohne Team

Red Bull fährt ab 2007 mit Webber und Coulthard

Sport
08.08.2006 12:32
Die Tage von Christian Klien bei Red Bull Racing sind gezählt. Am Montagabend gab der österreischische Formel-1- Rennstall bekannt, dass der Australier Mark Webber im kommenden Jahr neben David Coulthard zweiter Stammfahrer im Team wird. Klien kommentierte die Enscheidung kurz und bündig: Er wäre gerne weiter für Red Bull gefahren. Das Team habe aber anders entschieden. Klien, der sich am Montag auf der Rückreise vom Ungarn-GP befand, hatte bis zuletzt auf eine Vertragsverlängerung gehofft und gemeint, er würde nach den Jahren der Aufbauarbeit auch gerne am Erfolg teilhaben. Auch beim Schwesternteam Toro Rosso ist für den 23- jährigen Vorarlberger kein Platz, dort fährt man auch im kommenden Jahr mit Tonio Liuzzi und Scott Speed.

Die Trennung von Klien, der seit 14 Jahren mit Red Bull verbunden ist und durch dieses Unternehmen auch in die Formel 1 gekommen war, hatte sich seit längerem abgezeichnet. Während es der routinierte Coulthard in der laufenden Saison nach 13 von 18 Rennen auf 14 WM-Punkte gebracht hat, hält Klien gerade bei zwei Zählern.

Webber kehrt zurück
Williams hatte vor wenigen Tagen die Option auf den "teuren" Australier Webber verfallen lassen und an dessen Stelle den derzeitigen Testfahrer Alexander Wurz für 2007 zum zweiten Stammpiloten neben dem Deutschen Nico Rosberg ernannt. Der 29-jährige Webber hatte - offensichtlich bereits im Wissen um seine Zukunft beim finanzkräftigen Rennstall Red Bull Racing - darauf aber gelassen reagiert.

Klien war 2004 in seinem Debütjahr zusammen mit Webber im Jaguar gefahren und nach der Übernahme durch Red Bull im Team geblieben, während der Australier zu Williams gegangen war. Damit kehrt Webber nun quasi zurück. "Bei Red Bull Racing zu sein ist fantastisch. Das Team ist hungrig auf langfristigen Erfolg und ich hoffe auf meine stärkste Zeit in der Formel 1", sagte Webber.

BMW feuert Villeneuve 
Die Tage von Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve in der Formel 1 sind gezählt. Der Rennstall BMW-Sauber gab am Montag die sofortige Trennung vom 35-jährigen Kanadier bekannt, der bereits am Wochenende im Grand Prix von Ungarn vom Polen Robert Kubica ersetzt worden war. Sein auslaufender Vertrag wurde laut BMW in "gegenseitigem Einvernehmen" fünf Rennen vor Saisonende vorzeitig aufgelöst."

Das ist wirklich enttäuschend für mich, denn ich habe mit BMW eine langfristige Zusammenarbeit angestrebt", widersprach Villeneuve und deutete seinen endgültigen Abschied aus der Königsklasse des Motorsports an. Er hatte elf seiner insgesamt 163 Rennen gewonnen hatte und war 1997 Weltmeister geworden.

Villeneuve hatte sich schon in dieser Saison nur über einen gültigen Vertrag mit Sauber in das von BMW übernommene Team gedrängt. Ursprünglich wäre der österreichische Williams-Testfahrer Alexander Wurz der Wunschkandidat von Motorsportchef Theissen gewesen. Während Wurz nun sein Williams-Cockpit fix hat, dürfte Villeneuve der Formel 1 nun endgültig den Rücken kehren.

Keine Garantie für Rückkehr
In der Vorwoche war der Kanadier von BMW über deren Pläne informiert worden, Kubica unter Rennbedingungen testen zu wollen - ohne Garantie, dass Villeneuve nach seinem schweren Unfall in Hockenheim noch einmal ins Cockpit zurückkehrt. "Wir haben volles Verständnis dafür, dass es für Jacques schwierig ist, in dieser ungewissen Situation sein Engagement aufrechtzuerhalten", erklärte Theissen. "Wir respektieren seine Entscheidung."

Villeneuve bekommt Vertrag ausgezahlt
Das Team wird Villeneuve dessen hoch dotierten Vertrag zur Gänze ausbezahlen müssen. "Er hat einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des neuen Teams und des Fahrzeugs geleistet", würdigte Theissen den Ex-Champion. Kubica dürfte nun auch die fünf abschließenden Saison-Grand-Prix bestreiten.

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