Tod von Priklopil

Fall Kampusch: Neue Gutachten stützen Mord-Theorie

Österreich
19.04.2016 12:38

Ist Wolfgang Priklopil, der Entführer von Natascha Kampusch, doch ermordet worden? Zwei Rechtsmediziner kamen nun zum Schluss, dass "der Todesfall Wolfgang Priklopil als höchst bedenklich zu bewerten und Fremdverschulden auf Basis der vorliegenden Befunde durchaus als möglich zu erachten" sei. Die Ermittlungen dauern weiter an.

Ende Februar hatte Karl Kröll, der Bruder des ehemaligen Chefermittlers im Fall Natascha Kampusch, im Zusammenhang mit dem Ableben des Entführers Wolfgang Priklopil eine Anzeige wegen Mordverdachts eingebracht. Demnach sei Priklopil bereits tot gewesen, als er vom Zug überrollt wurde.

Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet, reichte Kröll nun zwei neue Gutachten nach, die seine Theorie bestätigen sollen. Demnach seien nach dem Auffinden des Leichnams wichtige Untersuchungen unterlassen worden, aufgrund der Vorgeschichte habe man zu schnell auf Suizid geschlossen.

Suizid-Gutachten "wertlos"
Laut den beiden österreichischen Rechtsmedizinern Johann Missliwetz und Martin Grassberger sei das Gutachten zum Tod von Priklopil aus dem Jahr 2006 "somit wertlos". So seien insgesamt sieben Punkte missachtet worden, die ein seriöses Gutachten ausmachen würden. Wesentliche Befunde sollen möglicherweise sogar vernichtet worden sein - und so eine "Aufklärung in Richtung Verbrechen konkret für immer vereitelt".

Video: Natascha Kampuschs jüngster TV-Auftritt bei Puls 4

Erst Mitte März war ein brisantes Detail im Fall Kampusch veröffentlicht worden: Wie ein deutscher Ex-Kriminalist in einem Buch enthüllte, habe Priklopil den Alltag mit Natascha Kampusch auf mehreren Videos festgehalten. Abschriften der Dialoge sollen demnach viele Gerüchte - etwa über angebliche Sexvideos - widerlegen.

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