So, 18. November 2018

Boden gescannt

24.03.2016 16:09

Experten vermissen Schädel im Grab von Shakespeare

Eine makabre Entdeckung wollen Forscher 400 Jahre nach dem Tod von William Shakespeare gemacht haben: Im Grab des berühmtesten englischen Dichters (1564 bis 1616) soll der Schädel fehlen. Die Archäologen haben seine mutmaßliche Ruhestätte in Stratford-upon-Avon mithilfe eines Radargeräts untersucht und sind dabei auf Hinweise gestoßen, die darauf hindeuten, dass Shakespeares Schädel nicht mehr beim Rest der Gebeine ruht.

Ein Team um Kevin Colls von der Staffordshire University hat für eine Dokumentation, die der britischen Sender Channel 4 anlässlich des Todes des Dichters vor 400 Jahren am Samstag ausstrahlt, das Grab Shakespeares mit einem Bodenradar gescannt. An jenem Ende des Grabes, wo eigentlich Shakespears Schädel liegen sollte, habe es bei den Untersuchungen eine "eigenartige Störung" gegeben. "Ich halte es für sehr, sehr wahrscheinlich, dass sich der Schädel überhaupt nicht in der Holy Trinity Church befindet", sagte Colls mit Blick auf die Kirche in Stratford-upon-Avon, wo der 1616 verstorbene Schriftsteller begraben ist.

Stahl Grabräuber den Schädel Shakespeares?
Einem seit 1879 kursierenden Bericht zufolge könnte Shakespeares Schädel bereits im späten 18. Jahrhundert entwendet worden sein. Die Untersuchungen stützten nun diese These, sagte Colls. Die Ergebnisse der Radarscans, die erstmals überhaupt an Shakespeares Grab vorgenommen werden durfte, wiesen außerdem auf Reparaturarbeiten am Kopfende hin. Sie legen außerdem nahe, dass der Dramatiker wohl nicht in einem Sarg liegt, sondern nur in ein Leichentuch eingehüllt bestattet wurde.

Der Vikar der Holy Trinity Church, Patrick Taylor, glaubt nicht an die These eines Schädelraubs. "Wir werden wohl damit leben müssen, dass wir nicht genau wissen, was sich unter dem Stein befindet", sagte er. Die Kirche werde sich weiterhin an die Grabinschrift halten und die Ruhestätte nicht öffnen. Dort steht in etwa geschrieben: "Gesegnet sei der Mann, der diese Steine schont, und verflucht sei der, der meine Gebeine bewegt."

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