25.01.2016 06:09 |

"Tötet sie"

IS-Video zeigt Paris-Attentäter bei Exekutionen

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat hat am Sonntag ein Video (eine von krone.tv bearbeitete Version finden Sie oben) veröffentlicht, das die neun Attentäter von Paris bei Exekutionen und beim Training in der Wüste zeigt. Der Clip mit dem Titel "Tötet sie, wo ihr sie findet" wurde auf dem IS-Medienportal "Al-Hayat" und auf islamistischen Websites gezeigt. Bei den Anschlägen am 13. November in Paris hatten drei Killerkommandos insgesamt 130 Menschen getötet.

In dem rund 18 Minuten langen Video werden vier Belgier, drei Franzosen und zwei Iraker als die Täter präsentiert, die in der französischen Hauptstadt eine Reihe von Bars und Restaurants, den Konzertsaal Bataclan sowie die Fußballarena Stade de France attackiert hatten. Einige der Attentäter sprengten sich selbst in die Luft.

Video beschreibt Attentäter als "Löwen"
Der Clip zeigt die neun Dschihadisten bei Gräueltaten wie etwa Enthauptungen und Erschießungen von Geiseln sowie Aufnahmen von den Anschlägen in Paris und von Einsätzen französischer Sicherheitskräfte nach den Taten. Die Attentäter werden als "Löwen" beschrieben, die Frankreich "in die Knie" gezwungen hätten.

Die neun Dschihadisten kommen in dem Video auch zu Wort, wobei sie Arabisch oder Französisch sprechen. Mehrere von ihnen sagen, dass ihre Botschaft "an alle Länder gerichtet" sei, die sich an der US-geführten Militärkoalition gegen den IS in Syrien und im Irak beteiligen.

Der mutmaßliche Drahtzieher der Paris-Anschläge, Abdelhamid Abaaoud, kommt in einer Audiobotschaft zu Wort. Abaaoud war nach den Anschlägen bei einem Anti-Terror-Einsatz der Polizei in Saint-Denis bei Paris ums Leben gekommen. Bilal Hadfi, einer der Selbstmordattentäter vom Fußballstadion Stade de France, ist in dem Video als Henker zu sehen.

Ebenfalls in dem Clip gezeigt wird Brahim Abdeslam, der Bruder des nach wie vor flüchtigen Salah Abdeslam. Der 31-jährige Brahim hatte sich in Paris in einem Café am Boulevard Voltaire in die Luft gesprengt und dort einen Menschen schwer verletzt.

Auch Omar Ismail Mostefai und Samy Amimour, zwei der drei Selbstmordattentäter, die im Konzertsaal Bataclan 90 Menschen erschossen hatten, sind in dem Terror-Video in der Wüste zu sehen - Amimour als Henker bei einer Hinrichtung, an deren Ende er grinsend in die Kamera lächelt und sagt: "Bald auf dem Champs-Elysees!"

Gezeigt wird in dem IS-Video außerdem ein Bild des britischen Premierministers David Cameron mit dem englischsprachigen Kommentar: "Wer immer sich auf die Seite der Ungläubigen schlägt, wird Zielscheibe unserer Schwerter sein." Experten zufolge könnte der Verweis auf Cameron auf geplante Anschläge in Großbritannien hindeuten - auch wenn solche nicht explizit in dem Video genannt werden.

Hollande: "Frankreich lässt sich nicht einschüchtern"
Frankreich wird sich nach Aussage seines Präsidenten Francois Hollande nicht von dem Drohvideo des IS einschüchtern lassen. "Wir werden die Werte, für die Frankreich eintritt, immer schützen", erklärte Hollande am Montag. Zum Schutz der Demokratie sei es allerdings wichtig, den Ausnahmezustand in Frankreich zu verlängern, so könnten alle notwendigen Maßnahmen getroffen werden. Die bis Ende Februar geltende umstrittene Rechtslage mit zahlreichen Sonderregelungen für die Sicherheitsorgane soll nach dem Willen der Regierung in Paris um drei weitere Monate verlängert werden.

Mehrere Attentate in Frankreich vereitelt
Nach Angaben von Innenminister Bernard Cazeneuve sind in Frankreich im vergangenen Jahr mehrere mit den Pariser Terroranschlägen vergleichbare Attacken vereitelt worden. Im Jahr 2015 seien elf Anschläge verhindert worden "von der Art wie die vom 13. November", sagte Cazeneuve am Sonntag im TV-Sender France 5. "Einer davon drohte ein Konzert in einem Veranstaltungssaal zu treffen, andere Terroristen drohten mit massiven tödlichen Anschlägen gegen Franzosen auf Straßen und in Städten", so der Minister. Cazaneuve sprach zudem von den "gleichen Akteuren" bei den vereitelten Anschlägen, nähere Angaben dazu machte er nicht.

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