Mo, 21. Jänner 2019

Belogen und betrogen

21.12.2015 14:05

Quartett schickte 6 Frauen auf den Strich - Haft

Sie blickten voller Zuversicht in die Zukunft und hofften auf ein besseres Leben in Österreich - stattdessen wurden sie ausgebeutet und auf den Strich geschickt. Mindestens sechs Frauen aus Ungarn sollen von drei Männern im Alter von 23, 37 und 49 Jahren sowie einer 23 Jahre alte Frau - allesamt Landsleute der Opfer - mit falschen Versprechungen nach Innsbruck gelockt und dort zur Prostitution gezwungen worden sein. Nun wurde das verdächtige Quartett gefasst.

Ohne einen einzigen freien Tag zu haben, mussten die Betroffenen ihren Körper verkaufen und seien danach auch noch finanziell ausgebeutet worden, so die Polizei. Die jungen Frauen im Alter von 19 bis 26 Jahren wurden in Ungarn angeworben und mit falschen Versprechungen nach Tirol gelockt. Das bisher letzte Opfer war 19 Jahre alt und wurde vor Kurzem nach Innsbruck gebracht, so das LKA.

Von Zuhältern beschimpft und geschlagen
Die Beschuldigten hätten den Frauen Bedingungen und Preise für die Ausübung der Prostitution genau vorgeschrieben und akribisch über deren Einhaltung gewacht. Beispielsweise mussten die Prostituierten jeden Kontakt, die Art der Sexdienstleistung, die Dauer und den Lohn unverzüglich telefonisch melden. Waren die Geschäfte schleppend, seien die Damen von den Zuhältern beschimpft und geschlagen worden.

Von den erwirtschafteten Beträgen - laut Ermittlungen verdienten die Opfer auf dem Straßenstrich sowie fallweise bei Wohnungsprostitution in zwei Wochen rund 20.000 Euro - sahen die betroffenen Frauen freilich kaum etwas: Das Geld wurde ihnen meist zur Gänze abgenommen, äußerst selten sie wurden mit geringen Beträgen abgespeist.

Zugriff mit Unterstützung der Cobra
Am Freitag schlug die Polizei nach monatelangen Ermittlungen zu. Rund 50 Polizisten - darunter auch Beamte des Sondereinsatzkommandos Cobra - waren daran beteiligt, zahlreiche Hausdurchsuchungen wurden im Raum Innsbruck durchgeführt. Das Quartett wurde festgenommen und in die Justizanstalt eingeliefert. In drei Autos, die von drei der Beschuldigten genutzt wurden, konnte zudem Bargeld in der Höhe von etwa 14.000 Euro sichergestellt werden.

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