Fr, 20. Juli 2018

Tod nach Missbrauch

16.12.2015 13:59

"Sicherheit der Frauen in Indien nicht verbessert"

Drei Jahre nach der tödlichen Gruppenvergewaltigung einer Studentin in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi hat sich nach Ansicht ihres Vaters nur wenig zur Verbesserung der Sicherheit von Frauen getan. "Die Regierung hat die Zeit und das Geld, aber nicht den Willen, um etwas zu tun", kritisierte der Vater des Opfers am Mittwoch vor Journalisten.

Für Sicherheitsmaßnahmen eingeplante Gelder etwa für Überwachungskameras, Straßenlaternen in dunklen Gassen und mehr Polizeikräfte seien noch immer nicht zum Einsatz gekommen, sagte der Mann in Neu-Delhi am dritten Jahrestag des brutalen Übergriffs auf seine Tochter, an dessen Folgen sie später starb.

"Sorge mich, was in der Gesellschaft passiert"
"Wir wissen nicht, wie wir an das Gewissen der Regierung appellieren können." Scharfe Kritik äußerte der Vater außerdem an der geplanten Freilassung eines der Angreifer, der zu einer Jugendstrafe verurteilt worden war und in den kommenden Tagen aus der Haft entlassen werden soll.

"Fast jeden Tag lesen wir von Vergewaltigungen kleiner Mädchen", sagte der Mann, dessen Name aus rechtlichen Gründen nicht genannt werden darf. "Wenn Verbrecher wie er freigelassen werden, sorge ich mich um das, was in der Gesellschaft passiert." Auch Frauenrechtsgruppen kritisierten die geplante Freilassung.

Männer fielen in Bus über Studentin her
Die 23-jährige Studentin war im Dezember 2012 vor den Augen ihres Freundes von einer Gruppe Männer in einem Bus in Neu-Delhi vergewaltigt und so schwer misshandelt worden, dass sie knapp zwei Wochen später ihren Verletzungen erlag. Ihr Fall sorgte weltweit für Empörung.

In Indien wurden im vergangenen Jahr mehr als 36.700 Vergewaltigungsfälle registriert, davon rund 2000 allein in Neu-Delhi. Experten gehen aber davon aus, dass die Zahlen nur die Spitze des Eisbergs darstellen.

Aus dem Video-Archiv: Vergewaltigte Inderin im Spital gestorben

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