Mo, 15. Oktober 2018

Schulen wieder offen

16.12.2015 07:07

Los Angeles: Terrordrohung wohl schlechter Scherz

Die Schulen in der US-Westküstenmetropole Los Angeles, die am Dienstag wegen einer Anschlagsdrohung geschlossen waren, öffnen am Mittwoch wieder ihre Türen. Die Drohung wurde vom FBI nach stundenlangen Ermittlungen als "nicht glaubwürdig" eingestuft, sagte Bürgermeister Eric Garcetti. Die genauen Hintergründe sind noch nicht klar. Die Schulbehörde rechtfertigte ihre Entscheidung, mehr als 1500 Schulen zu schließen, gegen scharfe Kritik.

Er werde nicht das Leben eines Schülers riskieren, sagte Behördenchef Ramon Cortines. Die Entscheidung, von der rund 640.000 Schüler in der kalifornischen Metropole betroffen waren, sei auch im Lichte des Anschlags von San Bernardino getroffen worden. In dem nahe gelegenen Ort hatten zwei mutmaßlich islamistische Attentäter am 2. Dezember 14 Menschen getötet.

Nach Überprüfung von 1531 Schulen und rund zwölfstündigen Ermittlungen stufte das FBI die Anschlagsdrohung als nicht glaubwürdig ein. Zuvor hatte schon der im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses sitzende Demokrat Adam Schiff auf Twitter geschrieben, nach ersten Erkenntnissen handle es sich um einen "Scherz". Der Schulbetrieb in großen US-Städten habe gestört werden sollen.

Verwundbarkeit großer Städte getestet?
Bürgermeister Garcetti warnte vor vorschnellen Schlussfolgerungen. Es sei noch nicht klar, ob tatsächlich ein schlechter Scherz dahinterstecke oder ein "krimineller Akt, um die Verwundbarkeit großer Städte zu testen", sagte Garcetti.

Bei der Schulverwaltung von Los Angeles war am Dienstag eine E-Mail mit einer Anschlagsdrohung eingegangen, der Unterricht wurde daraufhin abgesagt. Nach Angaben der Schulbehörde wurde die Droh-Mail von einem Computer gesendet, dessen IP-Adresse in Frankfurt am Main angesiedelt sein soll. Das bedeutet aber nicht, dass sich der Verfasser tatsächlich in Deutschland aufgehalten hat, da über IP-Adressen auch ein Standort vorgetäuscht werden kann.

Ähnliche Drohung in New York
In New York ging eine ähnliche Drohung ein. Dort stuften die Behörden die E-Mail von Beginn an als nicht glaubwürdig ein, die Schulen blieben geöffnet. Die Reaktion der Kollegen in Los Angeles wurde als völlig überzogen kritisiert. Der New Yorker Polizeichef Bill Bratton erklärte, die Schließung der Schulen sei "total, total unangebracht" gewesen. Das sei "ihr Ziel" gewesen: "Ob Witzbold oder Terrorist, sie wollen Panik erzeugen."

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio erklärte, die Drohung sei "so allgemein und seltsam" gewesen, dass man sie nicht ernst nehmen habe können. Darauf antwortete der Polizeichef von Los Angeles, Charlie Beck, es sei "sehr einfach, nachträglich eine Entscheidung zu kritisieren", bevor die Tatsachen geklärt seien.

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