Mi, 17. Oktober 2018

Schön und gefährlich

03.12.2015 10:36

Schönheitskönigin kämpft als Hackerin gegen den IS

Sie ist schön - und gefährlich, zumindest für den IS: Die ehemalige Miss Jordanien, Lara Abdallat, kämpft als Hacktivistin im Darknet gegen die islamistische Terror-Miliz und deren Propaganda. Feinde macht sie sich deshalb nicht nur beim IS, sondern auch bei anderen Hackern.

2010 wird Lara Abdallat zur schönsten Frau Jordaniens gekürt, bei der im Jahr darauf stattfindenden Wahl zur Miss Arab World belegt sie den dritten Platz. Doch mit dem Posieren auf dem Laufsteg ist es für die Schönheitskönigin vorbei, als der IS Anfang des Jahres einen gefangen genommenen jordanischen Piloten bei lebendigem Leib verbrennt und die brutale Tat per Video im Internet verbreitet.

Abdallat schließt sich daraufhin der Anonymous-Splittergruppe CrtlSec an, sucht im Darknet nach Informationen über IS-Kämpfer, hilft mit, Tausende Twitter-Accounts und Hunderte Websites der Terror-Miliz lahmzulegen und schließlich einen geplanten Anschlag in Tunesien zu vereiteln. 17 potenzielle Attentäter werden im Zuge dessen verhaftet. Etwa zeitgleich fliegt Abdallats Identität auf, wie die "Welt" berichtet.

Verstecken will sich die schöne Jordanierin jedoch nicht, sondern schließt sich als einziges öffentlich bekanntes Mitglied der Ghost Security Group, auch GhostSec, an. Die selbsternannte, laut "Newsweek" etwa zwölfköpfige "Bürgerwehr" gibt sich gegenüber Anonymous deutlich offener und schreckt auch nicht davor zurück, über Mittler mit Behörden zusammenzuarbeiten. Das kommt bei vielen Hackern nicht gut an.

Mit den Cyberwaffen einer Frau
Als Frau wird Abdallat im Kampf gegen den IS laut GhostSec eine "kritische Rolle" zuteil - aufgrund ihrer Fähigkeit als "eingebettete Spionin" ohne Gewaltanwendung an Informationen des Feindes zu gelangen, wie ein männlicher Kollege gegenüber "Newsweek" schildert.

Auf ihre Weiblichkeit und Schönheit reduziert werden möchte Abdallat aber nicht: "Ich glaube, die Menschen finden es interessant und inspirierend, dass eine ehemalige Schönheitskönigin und Frau sich im Kampf gegen den Islamischen Staat engagiert. Ich denke aber auch, dass der IS uns alle bedroht und es deswegen egal ist, ob man männlich oder weiblich ist, solange wir zusammen für die gemeinsame Sache kämpfen: den IS zu zerstören", sagt sie.

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