Mo, 16. Juli 2018

Paris-Terror

01.12.2015 15:07

Weiterer Verdächtiger nach Anschlägen festgenommen

Im Zuge der Ermittlungen zu den Anschlägen von Paris ist ein weiterer Verdächtiger festgenommen worden. Der 25-jährige Mohamed S. wurde Dienstagfrüh im Großraum Paris gefasst und in Polizeigewahrsam genommen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Er soll den Terroristen als Verbindungsmann gedient haben. Insgesamt führte die französische Polizei seit der Terrornacht vom 13. November bereits mehr als 2000 Razzien durch, 210 Verdächtige wurden festgenommen.

Bei Mohamed S. handelt es sich laut Ermittlern um einen Bekannten jenes Mannes, der dem mutmaßlichen Drahtzieher der Terrorserie, Abdelhamid Abaaoud, in einer Wohnung in der Pariser Vorstadt Saint-Denis Unterschlupf gewährt hatte. Abaaouds Cousine Hasna Aitboulahcen soll das Versteck gesucht haben. Bereitgestellt wurde es von Jawad Bendaoud, der illegal Wohnungen an Menschen mit geringen finanziellen Mitteln vermietete und gegen den nach den Anschlägen ein Terrorverfahren eingeleitet wurde. Der am Dienstag festgenommene Mohamed S. soll laut AFP den Kontakt zwischen Aitboulahcen und Bendaoud hergestellt haben.

Fünf Tage nach den Anschlägen wurde Abaaoud bei der Erstürmung der Wohnung in Saint-Denis getötet. Mit ihm starben seine Cousine und ein Komplize, der einen Sprengstoffgürtel detonieren ließ.

Auf der Suche nach den überlebenden Attentätern von Paris und ihren Hintermännern hat die französische Polizei mittlerweile mehr als 2000 Razzien durchgeführt und 210 Personen in Gewahrsam genommen. Seit dem 13. November seien bei Hausdurchsuchungen auch 320 Schusswaffen gefunden worden, darunter rund 30 Kriegswaffen, sagte Premierminister Manuel Valls am Dienstag dem französischen Radiosender "Europe 1".

Ausnahmezustand in Frankreich könnte verlängert werden
Frankreich hat nach den Terroranschlägen vom 13. November, bei denen 130 Menschen starben, bis zum 26. Februar den Ausnahmezustand verhängt. Valls schloss eine Verlängerung dieser Maßnahme nicht aus, die den Sicherheitskräften unter anderem Wohnungsdurchsuchungen und Hausarreste ohne richterlichen Beschluss erlaubt. Man könne diese Möglichkeit nicht ausblenden, aber das hänge von der Bedrohung des Landes ab. Man müsse verantwortungsvoll reagieren. Sieben der Attentäter vom 13. November sind tot, zwei werden noch gesucht.

Aus dem Video-Archiv: Razzia gegen die Paris-Drahtzieher

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