Fr, 17. August 2018

Anschlag geplant?

27.11.2015 11:40

Razzia in Berlin: Zwei IS-Anhänger wieder frei

Zwei am Donnerstagnachmittag in Berlin festgenommene Islamisten sind nach Angaben der Polizei wieder auf freiem Fuß. Die zwei 28 und 46 Jahre alten Männer seien Freitagfrüh aus dem Gewahrsam entlassen worden, sagte eine Polizeisprecherin. Bei den Durchsuchungen einer Moschee und eines Lieferwagens am Donnerstag sei "nichts Gefährliches" gefunden worden.

Das Landeskriminalamt und die Berliner Generalstaatsanwaltschaft hatten die Männer der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat verdächtigt. Beide Männer werden demnach der Berliner Islamistenszene bzw. dem Einflussbereich der Terrormiliz Islamischer Staat zugerechnet. Ob die Ermittlungen gegen sie fortgeführt werden, ist noch unklar.

Gebetshaus und Lieferwagen durchsucht
Ein verdächtiger Gegenstand in einem Lieferwagen der Festgenommenen hatte am Donnerstag einen Großeinsatz der Polizei in den Berliner Bezirken Neukölln und Charlottenburg ausgelöst. Häuser im Umkreis eines Wagens wurden evakuiert, weil die Ermittler darin Sprengstoff vermuteten. Die Experten wurden aber in dem Lieferwagen ebenso wenig fündig wie in einem Kulturverein, den die Polizei gleichzeitig nach Waffen und Sprengstoff durchsucht hatte. Die Festgenommenen standen nach Polizeiangaben in Beziehung zu dem Gebetshaus.

Der Berliner "Tagesspiegel" berichtete, auch ein dritter Verdächtiger sei freigelassen worden. Dazu wollten zunächst weder Polizei noch Staatsanwaltschaft Auskunft geben. Bei den Verdächtigen handelt es sich laut "Tagesspiegel" um einen Syrer und einen Tunesier, die möglicherweise einen Anschlag in Dortmund verüben hätten wollen.

Die Polizei in Dortmund verfolge deshalb die Ermittlungen in Berlin "sehr aufmerksam", so ein Sprecher. "Wir nehmen es sehr ernst und stehen in engem Kontakt zu allen Sicherheitsbehörden." Die Informationslage sei aber dünn. Zur Frage, ob nach den Festnahmen die Polizeipräsenz erhöht wurde, sagte eine Sprecherin lediglich, dass die Polizei jederzeit hochflexibel Personal zur Sicherheit einsetze.

Deutschland beteiligt sich am Kampf gegen den IS
Berlin hatte am Donnerstag seine Beteiligung an der internationalen Koalition im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat verkündet. Die deutsche Regierung hatte nach den Pariser Anschlägen mehrfach betont, auch Deutschland stehe im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus und die Gefährdungslage sei hoch. Der Berliner Senat hatte sich vor wenigen Tagen auf ein Sicherheitspaket verständigt, das vor allem eine Aufstockung der Sicherheitsbehörden beinhaltet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.