Fr, 20. Juli 2018

Violett am Ende?

24.11.2015 11:50

Austria Salzburg: "Geregelter Abstieg das Beste!"

Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt - das Intermezzo von Austria Salzburg im Profi-Fußball könnte ein Jahr nach dem vielumjubelten Aufstieg in die Erste Liga schon wieder zu Ende gehen. Während man sportlich zwar nicht sonderlich gut, doch noch mit allen Chancen auf den Klassenerhalt reüssiert, scheinen die wirtschaftlichen Hürden für die Violetten immer unüberwindbarer zu werden. Der Schuldenstand des Neunten beträgt laut Vorstand schon über eine Million Euro. Rettung bringt wohl nur noch ein Ausgleich - und der geregelte Abstieg in die Regionalliga!

Nach dem Hochrisiko-Spiel gegen den LASK am FAC-Platz in Wien will man am Mittwoch eine detaillierte Lösung präsentieren. Die soll ein 20-prozentige Ausgleich über zwei Jahre bringen. "Wir müssen das Konzept nur noch ein wenig verfeinern", sagte Geschäftsführer Fredy Scheucher. Immerhin fordern potentielle Investoren ("Wir führen weiter intensive Gespräche") und aktuelle Austria-Sponsoren ein hieb- und stichfestes Konzept.

Sportlich lief es zumindest beim jüngsten Auftritt von Austria Salzburg ganz gut - alle Highlights des 3:2-Sieges in Kapfenberg sehen Sie HIER im Video!

"Wird schwer, die Erstliga-Lizenz zu bekommen"
Selbst wenn Scheucher einen finanziellen Heilsbringer an Land ziehen kann, ist ihm klar: "Es wird schwer werden, die nächste Erstliga-Lizenz zu bekommen. Für den Verein wäre ein geregelter Abstieg in die Regionalliga wohl das Beste!" Unklar ist auch, ob Langzeit-Sportchef Gerhard Stöger diesen Weg mitgehen wird - und darf. Die Fans forderten seinen Rücktritt. Scheucher: "Darüber sprechen wir frühestens ab Freitag nach dem letzten Match 2015. Das Gesamtkonzept Austria steht im Vordergrund - nicht einzelne Personalien!"

Beklemmende Details sind bekannt geworden
Und um ein ordentliches Konzept wird man bei der Austria nicht herumklommen, denn obwohl man ja schon länger darüber gemunkelt hatte, wie schlecht es ihnen wirtschaftlich geht - Klarheit brachte dahingehend die Generalversammlung erst am vergangenen Freitag. Bei der von den Fans initiierten Krisensitzung mit dem Vorstand kamen beklemmende Details ans Licht:

  • Schuldenstand: Der beläuft sich auf 1,167 Millionen Euro. Über eine Million sind Verbindlichkeiten aus den Stadionprojekten in Maxglan und Schwanenstadt. Allein bei einem Bauträger seien 200.000 Euro offen. Forderungen gibt’s zudem vom Finanzamt und der GKK. Die November-Gehälter wurden nicht mehr ausbezahlt.
  • Sportchef Stöger: Er war im Gegensatz zu Ex-Obmann Walter Windischbauer und dem für den Bau mitverantwortlichen Ex-Vorstandsmitglied Johann Hirschbichler (er trat wie Hans Gegenhuber zurück) anwesend. Stöger gab zu, das Kaderbudget um rund 300.000 Euro überzogen zu haben. Er wolle das Minus mit Spielerverkäufen im Winter ausbügeln.

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