Pollen-Alarm

¿Geballte¿ Gräser-Blüte lässt Allergiker stöhnen

Endlich Sommer - mit Schattenseiten für Allergiker. Und das betrifft immerhin jeden dritten Oberösterreicher! Denn jetzt blühen die Gräser. Nach dem langen Winter und der darauf folgenden Regen- und Kältephase zwar drei Wochen später als sonst, dafür aber „geballt“ und intensiver. Ruhe hat man nur in den Bergen.

Einziger Trost: Durch die exzessive Blüte ist die Belastung zwar groß, aber schnell wieder vorbei. Für die meisten Allergiker einfach eine lästige Zeit mit Niesen, tränenden und juckenden Augen. „Ein Drittel davon aber wird richtig krank“, weiß Primar Dr. Herwig Schinko, Lungenspezialist im Linzer AKH, und rät daher, nicht erst auf Beschwerden zu warten, sondern zum Arzt zu gehen. „Man kann mit Medikamenten vorbeugen und Belastungen lindern.“

Auch wer nur empfindlich reagiert, sollte in den nächsten Tagen auf Sport im Freien verzichten. Vor allem in der Mittagszeit, in der die Pollen am stärksten schwirren sollen. Noch besser: Urlaub machen, entweder in den Bergen über 1200 Metern oder am Meer. Ist das nicht möglich, gibt es eine Ausweichmöglichkeit, um nicht bei geschlossenen Fenstern ans Haus gefesselt zu sein: Spaziergänge in dichten Laubwäldern. Denn die Blätter filtern die Pollen - und im Wald selbst wachsen kaum Gräser.

Mit dem schönen Wetter steigt noch eine andere Gefahr für Allergiker: Insektenstiche. Wer seine Reaktion kennt, sollte das Notfall-Set jetzt immer bei sich haben. Denn ein „anaphylaktischer Schock“ kann lebensgefährlich sein!

Pollen-Info
Bei folgenden Gewächsen ist mit starker Pollenbelastung zu rechnen: Alle Gräser, auch Wegerich, Ampfer und Holunder setzen zur Blüte an. Ebenso der Roggen. In den Bergen setzt sich an der Waldgrenze die Grün-Erlen-Blüte fort. Der Beifuß hat nun in Oberösterreich noch 38 Tage bis zur Blühbereitschaft. Aufatmen können Allergiker bei Birke, Erle, Esche und Hasel: Damit ist es für heuer vorbei.

 

 

Foto: Klemens Groh

Mittwoch, 16. Juni 2021
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