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18.11.2015 12:00

"Einer von uns": Todesschuss im Supermarkt

Am Anfang und am Ende von "Einer von uns" (Kinostart: 20. November) steht ein Bild, das es so nicht geben sollte: Zwischen bunten Supermarktregalen liegt ein Teenager, erschossen von einem Polizisten. Der Tod des 14-jährigen Florian P. im Sommer 2009 in einem Merkur-Markt in Krems-Lerchenfeld hat Stephan Richter zu seinem eindringlichen Spielfilmdebüt inspiriert.

Zwei Jugendliche aus der Umgebung waren in der Nacht auf 5. August 2009 unbewaffnet in den Supermarkt eingestiegen. Nach dem Eintreffen zweier Polizisten fielen drei Schüsse, der 16-jährige Roland T. wurde schwer verletzt, der 14-jährige Florian P. getötet. Der rechtmäßige Schusswaffengebrauch wurde danach öffentlich heftig diskutiert, der verantwortliche Polizist zu acht Monaten bedingter Haft wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen verurteilt.

Schauplatz ist der fiktive Supermarkt Merx, irgendwo im niederösterreichischen Niemandsland. In der Betonwüste rund um den Konsumpalast treffen sich regelmäßig Jugendliche wie Victor (Christopher Schärf), der gerade aus dem Gefängnis entlassene Marko (Simon Morze) und der neugierige Julian (Jack Hofer). Die jugendliche Rebellion äußert sich im Alkohol- und Graskonsum, ab und an in kleinen Diebstählen und im an die Wand gesprayten Schriftzug ACAP ("All cops are bastards").

Die Stimmung zwischen Autorität und Jugend ist aufgeheizt, nur ein Blick reicht als Provokation, nur der Aufenthalt in der Nähe des Markts lässt den verunsicherten Supermarktleiter Herr Winkler (Markus Schleinzer) bereits die Polizei rufen.

Die Spannung, das macht Richter schon in den einleitenden Bildern klar, wird sich in einer verhängnisvollen Nacht entladen. Victor und Marko nehmen Julian auf eine ziellose Autofahrt mit, es wird getrunken und geraucht und gerangelt. Langeweile führt sie zum längst geschlossenen Supermarkt, wo Marko und Julian über einen riesigen Müllcontainer mühelos ins Geschäft einsteigen, durch die verlassenen Gänge streifen - und damit unbewusst einen stillen Alarm auslösen.

Wenig später treffen zwei Polizisten ein, die Buben verstecken sich. Doch bei der Flucht durch das dunkle Labyrinth des Supermarkts fallen drei Schüsse. Einer davon, abgegeben vom Polizisten Werner (Andreas Lust) in nächster Nähe von hinten, tötet Julian...

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