18.10.2015 22:06 |

Sensation im Video

Rapid kassiert Pleite beim Schlusslicht WAC!

Bei einem Sieg wäre Rapid wieder Tabellenführer gewesen, doch ausgerechnet beim Schlusslicht WAC ist man in eine Pleite gelaufen. Die Wolfsberger gaben mit dem 2:1 in der heimischen Lavanttal-Arena die "Rote Laterne" an Ried ab. Und Rapid? Wirkte müde und ideenlos - der letzte Pass fand in 90 Minuten kaum einmal sein Ziel. Doppelt bitter: Thanos Petsos musste bei seinem Comeback in Minute 16 verletzt ausgetauscht werden. Die Highlights des Spiels können Sie im Video oben anschauen!

Der WAC fuhr dank Toren von Jacobo (42.) und Issiaka Ouedraogo (57.) vor 4.600 Zuschauern den zweiten Saisonsieg ein und gab die "Rote Laterne" an die punktegleiche SV Ried ab. Tabellenführer und Tabellenletzter, die sie vor der 12. Runde noch gewesen waren, schienen in der Lavanttal-Arena die Rollen getauscht zu haben. Der WAC war die bessere Mannschaft, der Anschlusstreffer durch Louis Schaub (93.) kam für Rapid zu spät.

Schobesberger fehlte Rapid
Bei den Wienern fehlte Philipp Schobesberger wegen Knieproblemen, Kapitän Steffen Hofmann wurde vorerst für den Europa-League-Heimauftritt am Donnerstag gegen Viktoria Pilsen geschont. Dafür kehrte neben Schaub auch Petsos zurück, der wegen einer Knieverletzung seit Ende August pausiert hatte. Sein Comeback dauerte aber gerade einmal eine Viertelstunde. Der Mittelfeldmann knickte nach zehn Minuten in einem Zweikampf um und musste mit einer Knöchelverletzung vom Platz.

Der Vizemeister hatte zwar etwas mehr Ballbesitz, der WAC war mit seinem Umschaltspiel aber die deutlich aktivere Mannschaft - wenngleich die zwingenden Torszenen vorerst ausblieben. Ein erster Schuss von Thomas Zündel (24.) war ebenso keine Gefahr wie auf der Gegenseite Versuche von Stefan Stangl (40.) und Schaub (41.). Christian Dobnik, der im WAC-Tor den Vorzug gegenüber Alexander Kofler erhalten hatte, war nie ernsthaft gefordert.

Jelic war kaum zu sehen
Rapids Solospitze Matej Jelic kam nicht zur Entfaltung. Weil auch die Hintermannschaft um Abwehrchef Mario Sonnleitner in dessen 300. Bundesliga-Spiel nicht immer sattelfest wirkte, durfte Jacobo erstmals einschießen. Der starke Spanier kam nach einem robusten Einsatz von Silvio auf der linken Seite an den Ball und traf etwas glücklich zwischen die Beine von Rapid-Torhüter Jan Novota.

Kurz nach Seitenwechsel bewahrte Novota sein Team bei einer Doppelchance von Ouedraogo noch vor einem deutlicheren Rückstand (47.). Zehn Minuten später war er bei einem platzierten Schuss des Stürmers aus Burkina Faso aber machtlos: Ouedraogo scorte nach einem Konter, den Silvio mit einem gewonnenen Zweikampf gegen Sonnleitner eingeleitet hatte, und Zuspiel von Zündel via Innenstange.

Auch Hofmann konnte Spiel nicht drehen
Selbst mit der Einwechslung von Hofmann (60.) änderte sich wenig am Spielgeschehen. Ein Schuss des Rapid-Kapitäns ging links am Tor vorbei (76.). Schaub nutzte erst in der Nachspielzeit eine in der WAC-Abwehr entstandene Verwirrung zum Anschlusstor. Auf der Gegenseite hatte der eingewechselte Christopher Wernitznig noch die Querlatte getroffen (89.).

Der zuletzt sieben Pflichtspiele sieglose WAC feierte den ersten vollen Erfolg gegen Rapid seit Dezember 2013. Die Hütteldorfer dagegen kassierten die vierte Niederlage in den vergangenen sechs Ligaspielen und die zweite in Folge nach dem 1:2 vor der Länderspielpause zu Hause im Schlager gegen Salzburg.

Verlängert Trainer Barisic?
Rapid-Trainer Zoran Barisic, dessen Berater mit Sportdirektor Andreas Müller bereits erste Gespräche über eine vorzeitige Verlängerung seines bis Saisonende laufenden Vertrages geführt haben, verpasste seinen 50. Bundesliga-Sieg als Trainer. Die nächste Chance dazu hat er am Sonntag im Derby, seinem 100. Spiel als Chefcoach in der höchsten Spielklasse. Davor gilt es, zumindest in der Europa League gegen Pilsen einen großen Schritt Richtung K.-o.-Phase zu machen.

Er selbst meinte nach der Partie: "Der WAC hat verdient gewonnen, er war die bessere Mannschaft. Der Sieg geht vollkommen in Ordnung. Ich bin sehr enttäuscht über die schlechteste Saisonleistung meiner Mannschaft. Der Ausfall von Petsos war ein schwerer Schlag. Bis dahin haben wir absolute Kontrolle über das Spiel gehabt. Danach haben wir komplett die Balance verloren, das darf einfach nicht passieren. Wir waren zu wenig giftig in den Zweikämpfen. Es hat auch die Dynamik gefehlt, das ist sehr enttäuschend. In erster Linie liegt es an der Einstellung zu diesem Spiel. Wir wussten, dass der Gegner robust in den Zweikämpfen ist. Diesen sogenannten Kampf haben wir nicht angenommen."

Kühbauer: "Endlich belohnt!"
Sein Gegenüber Dietmar Kühbauer strahlte: "Es war ein verdienter Sieg. Ich will niemanden herausheben, jeder hat seinen Teil beigetragen. Endlich ist die Leistung auch belohnt worden - und das gegen Rapid. Ein Sieg gegen Rapid bringt mehr Reputation als gegen andere Mannschaften, aber ein Sieg gegen Grödig bringt genauso drei Punkte. Es hat sich in den letzten Spielen schon abgezeichnet. Da sind wir an der Abschlussschwäche gescheitert, nicht am Spielerischen. Heute sind die Tore zu sehr wichtigen Zeitpunkten gefallen. Aber wir haben auch nicht nachgelassen."

Das Ergebnis:
Wolfsberger AC - SK Rapid Wien 2:1 (1:0)

Lavanttal-Arena, 4600 Zuschauer, SR Harkam
Torfolge: 1:0 (42.) Jacobo, 2:0 (57.) Ouedraogo, 2:1 (93.) Schaub
Gelbe Karten: Baldauf bzw. keine
WAC: Dobnik - Standfest, Rnic, Drescher, Baldauf - Zündel (81. Wernitznig), Rabitsch, Hüttenbrenner, Jacobo - Silvio, Ouedraogo (71. Hellquist/85. Putsche)
Rapid: Novota - Auer, Sonnleitner, Dibon, Stangl - Petsos (16. Grahovac), Schwab - Schaub, Alar (60. S. Hofmann), F. Kainz - Jelic (73. Prosenik)

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