10.05.2015 11:11 |

Ministaat ausgerufen

"Liberland"-Gründer in Kroatien festgenommen

Der Gründer des neoliberalen Fantasiestaates "Liberland", Vit Jedlicka, ist am Samstag vorübergehend von der Polizei festgenommen worden. Der Tscheche hatte vor knapp einem Monat im umstrittenen Grenzgebiet zwischen Kroatien und Serbien einen eigenen Staat ausgerufen und im Internet Zehntausende Anhänger gewonnen.

Jedlicka sei am Samstagabend von kroatischen Beamten auf eine Polizeistation gebracht worden, berichtete die Agentur CTK am Sonntag. Zuvor habe er das Gebiet in einer Donauschleife trotz Warnungen betreten. Den Polizisten sagte er dabei, er verlasse nun die Europäische Union in Richtung "Liberland". Seine Freundin und andere Begleiter flüchteten mit einem Boot auf die serbische Seite der Donau.

Motto "Leben und leben lassen"
Der 31-jährige Jedlicka gehört der EU-kritischen Partei freier Bürger (SSO) an, die früher dem tschechischen Ex-Präsidenten Vaclav Klaus nahestand. In dem von ihm im April proklamierten Scheinstaat versprach er in einem Interview Steuern auf freiwilliger Basis und eine Staatsführung nach dem Motto "Leben und leben lassen".

Zwischen Kroatien und Serbien gelegen
Bei "Liberland" handelt sich um eine rund sieben Quadratkilometer große Fläche an der Donau in der Nähe der Gemeinden Zmajevac in Kroatien und Backi Monostor in Serbien. An dem Land sind laut Jedlicka weder Serbien noch Kroatien im Rahmen ihrer Gebietsstreitigkeiten interessiert.

Der Tscheche hatte im April beide Länder, die UNO sowie andere Staaten über die Gründung von "Liberland" informiert und hofft auf eine baldige diplomatische Anerkennung.

Zahlreiche Anträge auf "Staatsbürgerschaft"
Interessenten können sogar die "Staatsbürgerschaft" von "Liberland" beantragen. Es gebe bereits zahlreiche über das Internet eingereichte Anträge, so Jedlicka. Die einzige Bedingung für die Erteilung sei, dass der Antragsteller "weder Kommunist noch Nazi noch ein anderer Extremist" sei.

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