Tabu im Fußball

Experte: Aufklärungswillen zu Doping fehlt

Sport
05.03.2015 18:50
Der deutsche Doping-Forscher Perikles Simon sieht keinen Aufklärungswillen im Anti-Doping-Kampf. Gerade im Fußball fehle es an politischer Tatkraft für einen sauberen Sport, sagte Simon dem "Tagesspiegel". Die Argumentation, dass Doping im Fußball nichts bewirke, hält Simon für falsch. Jeder vernünftige Mensch wisse, dass es eine entsprechende Kondition für Spitzenleistungen brauche.

Grund für das Tabuthema Doping sei, dass niemand das lukrative System Fußball zum Einsturz bringen wolle. So seien beispielsweise auch die Doping-Kontrollen im Fußball ineffektiv. Der Fußball müsse dringend seine Selbstreinigungskräfte mobilisieren, forderte Simon: "Es war schon immer so, dass ab einer gewissen Dekadenz auch große Systeme zerbrochen sind."

Der Sportmediziner gehört zur Untersuchungskommission zur Aufarbeitung der Doping-Vergangenheit an der Universität Freiburg. Der VfB Stuttgart und der SC Freiburg stehen im Verdacht, in den 1970er- und 1980er-Jahren Anabolika-Doping betrieben zu haben. Beide Vereine haben sich klar von Doping-Praktiken distanziert.

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