Teurer werden sie auch

Nachfrage nach Gebraucht-Stromern explodiert!

Motor
19.10.2026 17:43
Porträt von krone.at
Von krone.at

Wer beim Elektroauto auf ein billiges Gebrauchtwagen-Schnäppchen wartet, könnte länger warten müssen: Die Nachfrage nach gebrauchten Stromern hat sich innerhalb eines Jahres fast verdoppelt. Gleichzeitig schrumpft das Angebot – und die Preise ziehen wieder an. Besonders begehrt sind offenbar zwei Tesla-Modelle.

Noch vor nicht allzu langer Zeit war beim Thema Elektro-Gebrauchtwagen vor allem von Wertverlust die Rede. Mittlerweile hat sich das Bild zumindest auf Österreichs AutoScout24-Marktplatz kräftig gedreht: Im September lag die Nachfrage nach gebrauchten Elektroautos um 78 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats. Diesel verloren dagegen 17 Prozent, Benziner fünf Prozent.

Die Zahl der angebotenen Elektroautos sank binnen Jahresfrist um sechs Prozent. Gleichzeitig gab es 16,6 Prozent mehr Diesel und 11,3 Prozent mehr Benziner im Angebot. Mehr Interessenten treffen bei Stromern also auf weniger Autos, während beim Verbrenner das Gegenteil passiert. 

Und wo viele suchen, aber weniger angeboten wird, passiert etwas, das Schnäppchenjägern nicht gefallen dürfte: Die Preise steigen. Ein gebrauchtes Elektroauto wurde auf der Plattform im September 2025 im Durchschnitt für 40.668 Euro angeboten. Ein Jahr später waren es 42.763 Euro, also 2095 Euro beziehungsweise 5,2 Prozent mehr. Benziner wurden dagegen um 5,2 Prozent günstiger und lagen durchschnittlich bei 26.192 Euro, Diesel verloren rund fünf Prozent auf 24.075 Euro. 

Wohlgemerkt: Das sind alles Angebotspreise, nicht die Preise, zu denen die Autos am Ende tatsächlich den Besitzer wechseln. Die kennt AutoScout24 natürlich nicht.

Die Plattform sieht einen zusätzlichen Schub durch die zuletzt gestiegenen Treibstoffpreise infolge des Nahostkonflikts. Dass diese allein für den Nachfrageanstieg verantwortlich sind, lässt sich aus den Daten allerdings nicht ableiten.

Und wonach suchen die Österreicher?
Vor allem nach Tesla. Das Model Y steht im aktuellen Ranking der gebrauchten E-Autos ganz oben, unmittelbar dahinter folgt das Model 3.

Auf Rang drei landet der Audi e-tron, dahinter Skoda Enyaq und VW ID.4. Bemerkenswert: In den Top Ten stehen auch einige Elektroautos, die mittlerweile schon eine ganze Weile auf dem Buckel haben können. Renault Zoe, Tesla Model S und BMW i3 gehören schließlich zu den Veteranen der Elektromobilität. 

Die zehn meistgefragten gebrauchten Elektroautos auf AutoScout24 in Österreich:

  1. Tesla Model Y
  2. Tesla Model 3
  3. Audi e-tron
  4. Skoda Enyaq
  5. VW ID.4
  6. Renault Zoe
  7. Tesla Model S
  8. Audi Q4 e-tron
  9. VW ID.3
  10. BMW i3 (erstes Modell)

Damit stellt Tesla gleich drei Modelle in den Top Ten, VW und Audi jeweils zwei.

Auch gebrauchte Chinesen kommen
Noch überschaubarer ist naturgemäß das Gebrauchtangebot chinesischer Elektroautos – viele Marken sind schließlich erst seit kurzer Zeit in Österreich vertreten. Trotzdem gibt es bereits eine Rangliste: Am gefragtesten ist laut AutoScout24 der BYD Sealion 7, gefolgt von BYD Atto 3 und BYD Seal U. Dahinter rangieren Leapmotor C10 und Xpeng G6. 

Interessant ist dabei die längerfristige Entwicklung. Anfang 2023 lag der durchschnittliche Angebotspreis für gebrauchte Elektroautos laut einer früheren AutoScout24-Auswertung noch bei rund 52.800 Euro. Im September 2025 waren es nur noch gut 40.000 Euro. Der aktuelle Anstieg bedeutet also keineswegs, dass die großen Wertverluste der vergangenen Jahre wieder aufgeholt wären. Vielmehr scheint sich der Markt nach dem starken Preisrutsch neu zu sortieren. 

Aus Ladenhütern werden gesuchte Gebrauchte
Von Entwarnung beim Wertverlust zu sprechen wäre deshalb verfrüht. Alter, Batteriegröße, Reichweite und vor allem die rasante technische Entwicklung können den Restwert eines Elektroautos weiterhin kräftig beeinflussen.

Der zugrunde liegende Gebrauchtwagen-Preis-Index wertet rund 111.000 österreichische Gebrauchtwagen-Inserate aus; berücksichtigt werden Inserate, die höchstens 18 Wochen alt sind und in denen maximal 250.000 Euro verlangt wird. Gemessen werden Plattformdaten und Angebotspreise, keine Kaufabschlüsse.

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