Mi, 19. Dezember 2018

Zwei Tote

07.12.2014 08:25

Philippinen: Taifun "Hagupit" auf Zerstörungszug

Der Taifun "Hagupit" hat auf den Philippinen wie befürchtet Bäume und Strommasten umgerissen, Häuser zerstört sowie Überschwemmungen gebracht. Millionen Menschen waren am Sonntag ohne Strom. Auf der östlichen Insel Samar kamen nach lokalen Medienberichten mindestens zwei Menschen ums Leben.

Das Auge des Sturms zog seit Samstagnacht quälend langsam über Samar, das bereits vor einem Jahr durch Taifun "Haiyan" schwer verwüstet worden war. Auch Mobilfunkverbindungen waren teils unterbrochen, sodass die Behörden zunächst keinen verlässlichen Überblick über die Lage hatten.

Die Sturmböen peitschten das Meer auf und rissen leicht gebaute Hütten um, wie der Katastrophenschutz mitteilte. Der Taifun tobte nach diesen Angaben leicht abgeschwächt mit Winden von 165 bis 195 Kilometern pro Stunde. Weil der Wirbelsturm sich nur langsam Richtung Westen bewegte, prasselte der heftige Regen stundenlang auf dieselbe Region. Nach Angaben des Senders ABS-CBN waren mehrere Küstenorte auf Samar von der Außenwelt abgeschnitten, die Straßen waren nicht befahrbar.

Eine der weltweit größten Evakuierungen in Friedenszeiten
Mehr als 1,2 Millionen Menschen waren auf der Flucht vor dem Taifun. Sie wurden in mehr als 1.500 Versorgungszentren im Landesinneren betreut. Die Vereinten Nationen sprachen von einer der weltweit größten Evakuierungen in Friedenszeiten.

Die Philippinen erleben jedes Jahr zahlreiche Taifune. "Haiyan" war etwa am 8. November 2013 eingetroffen und war der schwerste Taifun, der je Land erreicht hat: mit Windgeschwindigkeiten bis zu 210 Kilometern in der Stunde. "Hagupit" wiederum ist der mächtigste Taifun seit "Haiyan".

Menschen verbarrikadieren sich
In der vor einem Jahr schwer betroffenen Stadt Tacloban mit 200.000 Einwohnern harrte Cecil Laguardia vom Kinderhilfswerk World Vision aus. "Unglaublicher Lärm durch den heulenden Wind und das rauschende Wasser", berichtete er an seine Zentrale. "Wir hören krachende Geräusche von umherfliegenden Sachen, aber wir wissen nicht, was es ist. Wir haben uns in unseren Räumen verbarrikadiert."

Am Samstag lagen in den Straßen heruntergerissene Hausverkleidungen, Reklametafeln und entwurzelte Palmen. Strommasten waren wie Strohhalme geknickt, zerrissene Plastikplanen wehten im Wind. In vielen Straßen stand das Wasser. "Wir haben bisher keine Berichte über Todesopfer", sagte Bürgermeister Alfred Romualdez im Rundfunk. "Das Schlimmste scheint hinter uns zu liegen."

Norden zittert noch
Regionen weiter im Norden bereiteten sich unterdessen auf die Ankunft des Taifuns vor. "Meine größte Sorge sind Überschwemmungen, weil der Taifun sich so langsam bewegt", sagte der Gouverneur der Provinz Albay, Joey Salceda, im Fernsehen. "Es könnte am Vulkan Mayon zu Erdrutschen kommen." Dort kamen 2006 mehr als 1.200 Menschen um, nachdem sich nach heftigem Regen Erdmassen lösten und Dörfer unter sich begruben.

Auch die Hauptstadt Manila mit zwölf Millionen Einwohnern richtete sich auf "Hagupit" ein. Sollte der Taifun die Stadt am Montag oder Dienstag erreichen, dürfte er sich aber deutlich abgeschwächt haben. Dennoch bauten die Behörden Reklametafeln und Weihnachtsdekorationen vorsorglich ab, Geschäftsleute vernagelten ihre Auslagen.

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