Fr, 17. August 2018

"Bin nicht verrückt"

03.12.2014 14:19

Schettino: "Wollte Panik an Bord vermeiden"

Unglückskapitän Francesco Schettino bleibt im "Costa"-Strafprozess seiner Verteidigungslinie treu: Ihn trifft die wenigste Schuld. Auch der Vorwurf, er hätte zögerlich reagiert und sich nicht um die Rettung der Passagiere des im Jänner 2012 havarierten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" gekümmert, lässt er nicht gelten. Vielmehr habe er nach dem Zusammenprall mit einem Felsen Panik vermeiden wollen. Deshalb habe er auch nicht die Sirenen des Generalalarms ertönen lassen, erklärte Schettino am Mittwoch vor Gericht.

Am zweiten Tag in Folge musste der Hauptangeklagte in dem Verfahren über die Hintergründe der Havarie am 13. Jänner 2012 berichten. Es wies Teilen seiner Besatzung die Schuld für das Unglück zu. "Ich wollte mich mit dem Schiff so weit wie möglich der Insel annähern", antwortete Schettino auf den Vorwurf der Staatsanwälte, er habe zu spät die Notstandsprozeduren an Bord eingeleitet. Er sei sich sicher gewesen, dass das Schiff trotz der überschwemmten Motorenräume weiterhin schwimmfähig war, meinte Schettino.

"Schiff war mir nie wichtiger als die Menschenleben"
"Ich bin nicht verrückt. Für mich war nie das Schiff wichtiger als die Menschenleben", betonte Schettino. Er versuchte zu erklären, warum er die Entsendung eines Schleppers gefordert und nicht den Passagieren den Befehl gegeben hatte, das Schiff zu verlassen. Die Evakuierung hätte laut seinen Plänen nach dem Einsatz eines Schleppers beginnen sollen, was die Rettung des Schiffes ermöglicht hätte.

In dem seit knapp eineinhalb Jahren laufenden Prozess muss sich Schettino unter anderem wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Dem Kapitän drohen mindestens 20 Jahren Haft. Nach der Aussage Schettinos tritt der Prozess gegen den Kapitän in die Endphase. Zu einem Urteil könnte es bereits im Jänner kommen.

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