Empörter Aufschrei

Spanien will “Ultras” nach Tod von Fan verbannen

Sport
01.12.2014 21:15
Nach dem Tod eines Fußball-Fans bei den schweren Krawallen in Madrid will die spanische Regierung in Zukunft mit aller Strenge gegen randalierende Anhänger vorgehen. Man wolle die "Ultras"-Gruppierungen aus den Stadien verbannen, sagte der Präsident der obersten Sportbehörde CSD, Miguel Cardenal, nach einem Krisentreffen der Anti-Gewalt-Kommission des Innenministeriums am Montag in Madrid. "Heute ist einer der traurigsten Tage in der Geschichte des spanischen Fußballs", sagte Deportivo-Trainer Victor Fernandez.

Ein 43-jähriger La-Coruna-Anhänger war am Sonntag vor dem Ligaspiel zwischen Atletico Madrid und La Coruna (2:0) in der spanischen Metropole während schwerer Ausschreitungen in den Fluss Manzanares geworfen worden. Er erlitt dabei nach Ärzteangaben einen Herz- und Atemstillstand sowie eine Gehirnerschütterung und starb wenig später im Spital.

Rund 200 Angehörige von Fangruppen waren nach Polizeiangaben am Sonntag in unmittelbarer Nähe des Stadions Vicente Calderon mit Stöcken, zerbrochenen Flaschen, Eisenstangen und Messern aufeinander losgegangen. "Ultras"-Gruppierungen von Atletico (Frente Atletico), La Coruna (Riazor Blues), aber auch Rayo (Bukaneros) und Alcorcon (Alkor Hooligans) waren beteiligt.

"Wir wollen diese radikalen Elemente aus den Stadien, aber auch aus der Umgebung verbannen. Solche Aktionen haben sowohl innerhalb als auch außerhalb der Stadien nichts verloren", sagte Cardenal. Manche Klubs haben den Weg, gewaltbereite Gruppen aus den Stadien zu verbannen, bereits eingeschlagen. So etwa die Real Madrid (Ultras Sur) und FC Barcelona (Boixos Nois).

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