Nun also doch
Auch Deutsche sollen Pkw-Maut zahlen
Das Finanzministerium begründete dies mit Blick auf EU-Vorgaben. "Niemand hat Interesse daran, sich ein Vertragsverletzungsverfahren an den Hals zu holen", sagte ein Sprecher. Die EU will prüfen, ob die Belastung ausschließlich von ausländischen Pkw-Haltern eine Diskriminierung darstellt. Daher gilt eine direkte, dauerhafte Verknüpfung von Kfz-Steuer-Entlastung und Pkw-Maut als rechtlich fragwürdig.
Derzeitiger Status ist, dass die Pkw-Maut unterm Strich deutsche Fahrzeughalter nicht treffen wird, denn sie werden im Gegenzug bei der Kfz-Steuer entsprechend entlastet. Schäubles Entwurf, der noch im Dezember abgesegnet werden soll, enthält aber folgende Passage: "Künftige Änderungen der Infrastrukturabgabe erfolgen losgelöst von der Kraftfahrzeugsteuer." Damit wird im Gesetz keine starre Verknüpfung geschaffen, womit jede Erhöhung der Maut eine adäquate Minderung der Kfz-Steuer beinhaltet.
Finanzministerium: Keine Mehrbelastung für Inländer
Dennoch betonten Sprecher der Ministerien für Verkehr und Finanzen am Montag in Berlin, dass es wie versprochen keine Mehrbelastung für inländische Kfz-Halter geben werde. Dass im Gesetzesentwurf eine Doppelbelastung nur für den Zeitpunkt der Maut-Einführung ausgeschlossen werde, habe damit zu tun, dass keine Zusagen für künftige Legislaturperioden getroffen werden dürften.
Verkehrsminister Alexander Dobrindt sagte gegenüber der "Bild"-Zeitung (Dienstagsausgabe), er gehe fest davon aus, dass sein Konzept auch unter späteren Verkehrsministern Bestand haben werde. Gleichzeitig bekräftigte er: "Mein Versprechen gilt. Es wird keine Mehrbelastung für inländische Autofahrer geben - dabei bleibt es."
SPD irritiert über Belastung "durch eine Hintertür"
Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, reagierte dennoch irritiert. Die SPD werde keinem Gesetzesentwurf zustimmen, in dem die Maut den deutschen Autofahrer "durch eine Hintertür später doch belastet", erklärte er. Grünen-Verkehrsexpertin Valerie Wilms warf der Regierung in der "Süddeutschen Zeitung" Wortbruch vor. Damit habe Finanzminister Schäuble "sich schon jetzt die Möglichkeit zur Mauterhöhung ins Gesetz geschrieben".
Die Pkw-Maut soll dem deutschen Fiskus nach Abzug der Verwaltungskosten rund 500 Millionen Euro pro Jahr bringen.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.