In dem mehrseitigen Bericht der gewöhnlich sehr gut informierten "Sunday Times" werden zahlreiche konkrete Korruptionsversuche durch Russland und Katar aufgeführt, allerdings nicht durch Beweise belegt. "Wir hatten Erkenntnisse, dass Staaten Bestechungsgelder an FIFA-Mitglieder gezahlt haben", sagte eine ehemalige Geheimdienst-Quelle dem Blatt zufolge.
Die neuesten Anschuldigungen reichten laut "Sunday Times" von millionenschweren Zahlungen an verschuldete Landesverbände bis hin zu politischem Druck auf Mitglieder des Exekutivkomitees des Fußball-Weltverbandes (FIFA).
England hatte sich um die Weltmeisterschaft 2018 beworben und war bereits im ersten Wahlgang klar gescheitert. Zuletzt hatte die FIFA-Ethikkommission Russland und Katar von Bestechungsvorwürfen freigesprochen. Allerdings dauern die Untersuchungen an. Auch gegen einzelne aktuelle und ehemalige FIFA-Funktionäre wird ermittelt. Die Bewerbungskomitees von Russland und Katar weisen jedes Fehlverhalten von sich.
Keine Stellungnahme zu laufenden Verfahren
"Sämtliche Angelegenheiten in Bezug auf die 2018/2022-Untersuchung werden ausschließlich von der Untersuchungskammer der unabhängigen FIFA-Ethikkommission abgewickelt", sagte die österreichische FIFA-Sprecherin Delia Fischer am Sonntag. "Daher sind wir nicht in der Lage, zu laufenden Verfahren, Namen oder anderen Informationen Stellung zu nehmen, die in den Medien kursieren." Dies gelte "insbesondere, da wir nicht wissen, gegen welche Einzelpersonen Untersuchungen im Gange sind und aus welchen Gründen." Die FIFA gebe daher keine weiteren Kommentare ab.
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