Bereits zehn Wölfe tot

Kritik an Abschusspolitik: „Gewehr ist kein Zaun“

Tirol
24.08.2026 06:00

10 von 31 Wölfen wurden in diesem Jahr in Tirol bereits getötet. Der Verein „Wölfe in Österreich“ übt freilich Kritik an der Abschusspolitik des Landes. Herdenschutz würde anders aussehen.

Heuer wurden in Tirol bereits zehn Wölfe abgeschossen. „Das entspricht knapp einem Drittel des festgestellten landesweiten Bestandes von 31 Tieren“, betont man beim WWF. Doch ist das Herdenschutz? „Nein“, ist Gerald Friedl, Obmann vom Verein „Wölfe in Österreich“, überzeugt. Denn ein Gewehr schütze laut ihm keine Schafe. „Herdenschutz setzt direkt bei den Nutztieren an – etwa mit Elektrozäunen, Behirtung, Herdenschutzhunden oder angepasstem Herdenmanagement.“

Neue Wölfe kommen nach – und Debatte geht weiter
Auch wissenschaftlich gäbe es keinen Beleg dafür, dass weniger Wölfe auch automatisch weniger Nutztierrisse bedeuten. Untersuchungen würden zeigen, dass eine allgemeine Bejagung Schäden nicht nachweisbar deutlich reduziert, solange der Wolfsbestand nicht drastisch verringert wird. Österreich liegt zudem zwischen mehreren etablierten Wolfspopulationen. Wölfe können aus verschiedenen Regionen zuwandern.

Auch die Praxis zeigt den Unterschied: 2025 wurden laut „Österreichzentrum Bär, Wolf, Luchs“ 22 Wölfe aufgrund behördlicher Verordnungen getötet. Acht galten als „Schadwölfe“, bei lediglich vier lag zuvor auch ein genetischer Nachweis bei einem Nutztierriss vor.

Für Friedl ist die Sache klar: „Ein Gewehr ist kein Zaun.“ Ein getöteter Wolf macht eine ungeschützte Herde nicht sicher und hält auch den nächsten Wolf nicht fern. „Wer Herdenschutz will, muss Herden schützen. Herdenschutz verhindert Übergriffe. Abschüsse töten Wölfe. Das ist nicht dasselbe.“

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