Di, 21. August 2018

Prozess zu Ende

22.09.2014 13:38

Randale nach Testspiel: 18 Rapid-Fans verurteilt

Mit 18 Schuldsprüchen und einem Freispruch ist am Montag im Wiener Straflandesgericht der Prozess um die Ausschreitungen nach dem Freundschaftsspiel zwischen dem SK Rapid und dem 1. FC Nürnberg vom 7. September 2013 zu Ende gegangen. Drei einschlägig vorbestrafte Rapid-Anhänger wurden zu teilbedingten Haftstrafen, die übrigen zu Bewährungsstrafen verurteilt. Die Urteile sind großteils nicht rechtskräftig.

Von den 18 Verurteilten wurden 17 wegen Landfriedensbruchs schuldig erkannt. Für den Schöffensenat (Vorsitz: Michaela Röggla-Weiss) stand fest, dass sie sich wissentlich zu einer größeren Menschenmenge zusammengerottet hatten, die auf das Begehen von strafbaren Handlungen angelegt war. Eine Person wurde lediglich wegen versuchten Widerstands verurteilt.

Von den 17 wurden die meisten zusätzlich wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt oder Körperverletzung schuldig gesprochen. Die Bewährungsstrafen bewegten sich zwischen drei und acht Monaten, wobei in zwei Fällen den Betreffenden darüber hinaus unbedingte Geldstrafen von 2.400 und 3.600 Euro auferlegt wurden.

Teilbedingte Haft für vorbestrafte Anhänger
Teilbedingte Haftstrafen setzte es für jene Männer, die zwischen zwei und vier einschlägige Vorstrafen aufwiesen. Zwei Mal verhängte das Gericht 15 Monate Haft, davon fünf Monate unbedingt, einmal zwölf Monate, davon vier unbedingt. Da allesamt den unbedingten Strafteil bereits in der U-Haft abgesessen hatten, die ihnen auf die Strafe anzurechnen war, müssen sie - sollten die Urteile rechtskräftig werden - nicht neuerlich ins Gefängnis. Mit einer Ausnahme erbaten alle Verurteilten Bedenkzeit.

Ursprünglich hatten in der Ende Juli eröffneten Hauptverhandlung 29 Männer auf der Anklagebank Platz genommen. In zehn Fällen ließ sich die Schuldfrage bereits während des laufenden Verfahrens klären: Es gab fünf Freisprüche, fünf Männer wurden wegen Landfriedensbruchs, einer zusätzlich wegen Körperverletzung schuldig erkannt und zu Bewährungsstrafen zwischen drei und fünf Monaten verurteilt.

Das Gericht kombinierte sämtliche Schuldsprüche mit einem österreichweiten Stadionverbot zwischen sechs und zwölf Monaten, das per Weisung ausgesprochen wurde.

Zahlreiche Rapid-Fans anwesend
Zur Urteilsverkündung waren zahlreiche Rapid-Anhänger erschienen, die sich mit den Angeklagten solidarisch zeigten. Etliche von ihnen trugen T-Shirts, die sie als Mitglieder der "Ultras" auswiesen - unter den Angeklagten befanden sich einige, die diesem Fanklub angehören. Die meisten Angeklagten hatten sich ebenfalls mit speziellen T-Shirts bekleidet: Sie trugen schwarze Leibchen, auf denen in weißen Lettern "Kennzeichnungspflicht für Polizisten" gefordert wurde.

Vier weitere Anklagen
Mit den Urteilen ist die gerichtliche Aufarbeitung der Vorgänge vor dem Hanappi-Stadion nicht abgeschlossen. Staatsanwältin Stefanie Schön hat bereits gegen vier weitere Rapid-Fans Anklage erhoben, die ebenfalls an den Gewalttätigkeiten beteiligt gewesen sein sollen. Die Verdächtigen konnten nach längerer Ermittlungsdauer ausgeforscht werden, laut Anklage sollen ihnen neben Landfriedensbruch auch Körperverletzungen und Widerstand gegen die Staatsgewalt nachzuweisen sein.

Nach dem Match gegen den mit Rapid freundschaftlich verbundenen deutschen Erstligisten Nürnberg war es im Hanappi-Stadion laut Staatsanwaltschaft zu Randalen gekommen, die darauf abzielten, Polizisten und Sicherheitskräfte am Körper zu verletzen bzw. Sachbeschädigungen zu begehen. In drei Phasen, die sich über mehrere Stunden erstreckten, wurden Beamte und Ordner unter anderem mit Heurigenbänken und -tischen sowie Glasflaschen beworfen. Mindestens zehn Personen erlitten dabei Verletzungen, zudem wurden mehrere Polizeiautos beschädigt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Sportticker
Besiktas will ihn
Loris Karius: Flucht aus der „Liverpool-Hölle“?
Fußball International
„Unvergesslich“
Seheerans Audienz bei Zlatan: Genie trifft Gott
Fußball International
Heute Play-off
Salzburg im CL-Modus: „Frühjahr ist ein Bonus“
Fußball International
Doppelbelastung & Co.
So kann sich Rapid Europa nicht leisten
Fußball International
Premier League
Liverpool gewinnt bei Crystal Palace
Fußball International
Deutscher Cup
Last-Minute-Tore retten Dortmund vor Blamage
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.