Mi, 20. Juni 2018

Nach Bus-Tragödie

20.07.2014 13:21

Deutschland: Ermittlungen gegen Chauffeur

Stunden nach dem schwersten Busunglück in Deutschland seit Jahren bot die A4 in Dresden ein Bild des Grauens: ein zerfetztes Kleinbus-Wrack, abgerissene Leitschienen, verstreute Trümmer, ein die Böschung hinabgestürzter Reisebus. Zehn Menschen starben, 73 wurden zum Teil schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Busfahrer wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und hat mittlerweile einen Haftbefehl beantragt.

Bei dem verheerenden Unfall war der polnische Reisebus, der nach Westen unterwegs war, in der Nacht auf Samstag gegen 2.00 Uhr auf einen Bus aus der Ukraine aufgefahren. Durch die Wucht des Aufpralls schleuderte der Doppeldecker über die Autobahn und raste durch die Leitplanke auf die Gegenfahrbahn. Dort krachte er in den polnischen Kleinbus, stürzte etwa zehn Meter eine Böschung hinunter und überschlug sich.

Den 150 herbeigerufenen Rettern bot sich ein Bild der Verwüstung. Acht der neun Insassen des Kleinbusses und zwei Menschen aus dem Reisebus kamen ums Leben. 69 Menschen aus den beiden polnischen Fahrzeugen wurden verletzt, 39 davon schwer, neun Opfer befanden sich am Sonntag noch in Lebensgefahr. In dem Bus aus der Ukraine, in dem eine Reisegruppe nach Nürnberg fuhr, wurden vier Menschen leicht verletzt. Die Verletzten kamen in Krankenhäuser in Dresden, Pirna und Radebeul. Viele Reisende hatten Schürfwunden, Prellungen, Brüche oder einen Schock.

Staatsanwaltschaft ermittelt
Bis Sonntag wurden sieben der zehn Toten identifiziert. "In sieben Fällen haben wir bestätigt, dass es sich um polnische Opfer handelt", sagte Marcin Wojciechowski, der Sprecher des polnischen Außenministeriums, am Sonntag in Warschau. Bei drei Opfern müsse die Identität noch geklärt werden. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Zahl der Opfer noch steigen wird", sagte er.

Gegen den Fahrer des Unglücksbusses vom Typ Setra 431 DT ermittelt die Staatsanwaltschaft Dresden wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Lorenz Haase erklärte, es sei bereits ein Haftbefehl gegen den 44-jährige Polen beantragt. "Wir gehen davon aus, dass er zum Unfallzeitpunkt nicht in der Lage war, das Fahrzeug zu führen - wegen Übermüdung." Über den Haftbefehl sollte laut Haase noch am Nachmittag entschieden werden.

Unfallursache unklar
Über die genaue Unfallursache gebe es noch keine Erkenntnisse. Den Verdacht, der Fahrer könne am Steuer eingeschlafen sein, bestätigten die Behörden nicht. Haase sagte, bisher habe sich bei den Ermittlungen kein neuer Stand ergeben. Was am Samstag von der Polizei alles aufgenommen wurde, müsse geprüft werden.

In dem polnischen Bus waren laut Passagierliste 65 Gäste an Bord, dazu zwei Fahrer und ein Reiseleiter. Nach Informationen des Busunternehmens wurde das Fahrzeug erst vor Kurzem technisch überprüft. Die Reisegruppe aus der Ukraine setzte am Nachmittag ihre Fahrt nach Nürnberg fort.

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