Mo, 18. Juni 2018

"Ein Unding"

11.07.2014 10:21

Strenge "Benimmregeln" auf Mallorca schüren Unmut

Mallorcas Behörden machen Ernst: Mittlerweile werden Bußgelder kassiert, wenn gegen neue "Benimmregeln" verstoßen wird. Damit sollen etwa Saufgelage oder das Pinkeln in der Öffentlichkeit unterbunden werden. Doch nun braut sich über dem "Ballermann" ein Sturm zusammen: Bei Hoteliers, Gastwirten, Straßenkünstlern, der politischen Opposition und auch bei Besuchern der spanischen Partyinsel wächst der Unmut über die Regeln für Palma.

Seit Mai gilt für die Inselhauptstadt die "Verordnung für ein zivilisiertes Zusammenleben". Die Polizei erhebt inzwischen auch Bußgelder - zum Unmut des Verbandes zur Förderung des Tourismus. "Das ist ein Unding", schimpft Verbandspräsident Eduardo Gamero Mir. Klar gebe es Probleme, "aber wir hatten schon vorher genug Gesetze, etwa zur Verhinderung von Saufgelagen, für deren Einhaltung man aber nicht gesorgt hat. Das gilt zum Beispiel für den Bereich der Kriminalität und vor allem der Sauberkeit", sagt der 71-Jährige.

Strafenkatalog für 120 verbotene Handlungen
Bei den "Benimmregeln" handelt es sich um einen langen Strafenkatalog, der Geldstrafen zwischen 50 und 400 Euro für rund 120 verbotene Handlungen vorsieht: etwa Saufgelage unter freiem Himmel, öffentliches Pinkeln und Spucken, ruhestörenden Lärm, Stadtbummel in Badebekleidung oder das Ansprechen von Straßenprostituierten.

Bisher beschränkt sich die Polizei auf sporadische Kontrollen. Bis zu 60 Beamte patrouillieren auf einem Abschnitt an der Playa de Palma in der Gegend des Party-Strandlokals "Ballermann 6". Sie konzentrieren sich vor allem darauf, das Mitbringen von Bierflaschen an den Strand zu unterbinden, weil Glasscherben häufig zu Verletzungen führen.

Nächtliche Saufgelage in Nachbargemeinde verlagert
Die verstärkte Polizeipräsenz führte laut Medien dazu, dass sich nächtliche Saufgelage ins südöstliche Ende des Strandgebiets in der Nachbargemeinde Llucmajor verlagerten, wo die für die Inselhauptstadt erlassenen Bestimmungen nicht gelten. Die Bewohner von Llucmajor organisierten bereits Proteste gegen die Verschmutzung ihrer Strände mit leeren Bierflaschen und Plastiksackerln.

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