Costa Rica schaffte unter dem kolumbianischen Trainer Jorge Luis Pinto somit Historisches. 1990 standen die Mittelamerikaner zum zuvor einzigen Mal im Achtelfinale, damals scheiterte man an der Tschechoslowakei. Für Griechenland war bereits der Aufstieg in die K.-o.-Phase eine WM-Premiere.
In einer qualitativ nicht immer hochwertigen Partie startete Costa Rica mit jener Elf, die bereits die Ex-Weltmeister Uruguay (3:1) und Italien (1:0) in die Schranken gewiesen hatte. Sie fand aber keine Mittel gegen den Gegner. Die ohne den verletzten Pangiotis Kone eingelaufenen Griechen standen im Mittelfeld dicht gestaffelt, Costa Ricas zuletzt bei Olympiakos Piräus engagierter Topangreifer Joel Campbell erhielt kaum brauchbare Bälle.
Griechen mit mehr Schüssen aufs Tor
Die mit einem Torverhältnis von 2:4 in die K.-o.-Phase vorgestoßenen Griechen konnten in puncto Torschüsse sogar vorlegen. Altstar Giorgos Karagounis (139. Teameinsatz) prüfte Costa Ricas Schlussmann Keylor Navas mit einem Distanzschuss (29.), ehe der Europameister von 2004 die Riesenmöglichkeit auf die Führung vorfand. Eine mustergültige Holebas-Flanke übernahm Dimitris Salpingidis volley (37.), der beim spanischen Erstligisten Levante mit Andreas Ivanschitz spielende Navas offenbarte aber erneut seine Qualitäten.
Griechenland setzte auch knapp nach Seitenwechsel durch einen Kopfball von Mittelstürmer Giorgios Samaras das erste Zeichen. Auf der Gegenseite traf hingegen Bryan Ruiz. Der 28-Jährige rollte den Ball nach Pass von Bolanos aus 17 Metern zwar nicht scharf, aber platziert in die Maschen und erwischte Griechenlands Torhüter Orestis Karnezis dabei auf dem falschen Fuß.
Costa Rica fast eine Stunde nur zu zehnt
Das Tor zwang Griechenland zur Initiative. Auch mit Kostas Mitroglou als zusätzlicher Offensivkraft blieb diese zunächst ergebnislos. Als Oscar Duarte nach wiederholtem Foulspiel vom Platz musste (66. Minute), kam mit Theofanis Gekas ein weiterer Stürmer und damit frischer Schwung.
Costa Rica war nun deutlich mehr in Bedrängnis, verteidigte den knappen Vorsprung dennoch erfolgreich - ehe die Nachspielzeit angebrochen war. Gekas scheiterte nach einem weiten Ball noch an Navas, der aufgerückte Sokratis Papasthathopoulos verwertete den Abpraller aber zum 1:1 (91.). Für Costa Rica war es der erste Gegentreffer im WM-Turnier aus dem Spiel heraus, nachdem Navas zuvor nur durch Uruguays Cavani per Elfer bezwungen wurde. Mitroglou hätte fast noch nachgelegt, der starke Navas drehte seinen Kopfball aber über die Latte.
Mittelamerikaner retten sich ins Elferschießen
In der Verlängerung wirkte Griechenland frischer, die dezimierten Costaricaner kamen nur noch selten konstruktiv aus der eigenen Spielhälfte. Campbell war mit seinen Kräften sichtlich am Ende. Mitroglou scheiterte in der 121. Minute alleine vor Navas erneut am Keeper. So ging es zum zweiten Mal im WM-Turnier in die Entscheidung im Elfmeterschießen. Griechenlands Teamchef Fernando Santos erlebte dieses nach Schiedsrichterkritik nur noch von der Tribüne aus.
In der Elferentscheidung trafen zunächst sieben Schützen, ehe Gekas an Navas scheiterte. Michael Umana verwertete danach sicher (siehe Video).
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