Gute Nachrichten kommen dieser Tage aus Baden – und sie geben Anlass zur vorsichtigen Zuversicht. Nach einem Minus von rund 9,5 Millionen Euro 2024 gab es im vergangenen Jahr nun ein leichtes Plus von über 93.000 Euro. Für die FPÖ jedoch kein Grund zum Jubeln.
Nachdem das Budget im Jahr 2024 noch ein kräftiges Minus von rund 9,5 Millionen Euro aufgewiesen hatte, kann man 2025 erstmals wieder aufatmen: Ein kleines Plus von über 93.000 Euro steht zu Buche. „Ich habe jede einzelne Investition in Frage gestellt“, schildern Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli und Finanzchef Ferdinand Schütz den strikten Sparkurs der letzten Monate.
So wurde eisern gespart
Einige Beispiele: Während 2024 noch rund 13.000 Eingangsrechnungen verbucht wurden, waren es 2025 nur noch knapp 10.000. „Jede Bestellung über 1.000 Euro habe ich mir persönlich angesehen“, betont die Bürgermeisterin. Arbeiten wie die Gartenpflege wurden nicht mehr ausgelagert, sondern von der Stadt selbst übernommen. Einkäufe wurden gebündelt, Preise nachverhandelt, jeder Euro zweimal umgedreht.
Auch personell blieb der Sparkurs nicht ohne Folgen: 30 Vollzeitstellen wurden durch natürliche Abgänge nicht nachbesetzt. Und nach zehn Jahren Stillstand wurden zahlreiche Gebühren wieder angehoben.
Warum gelingt jetzt, was zuvor jahrelang nicht möglich war?
„Es hat oft der Mut gefehlt, Dinge zu verändern und auch einmal klar ‘Nein‘ zu sagen“, sagt Jeitler-Cincelli offen. Besonders bei Förderungen für Vereine wurde der Rotstift angesetzt – ein Schritt, der oft nicht ohne Kritik blieb. „Es war über Jahre hinweg ein ständiges Geben, Geben, Geben“, so die Bürgermeisterin. Doch dass es auch anders gehen kann, zeigt auch ein Spielplatzprojekt am Haidhof. Statt auf öffentliche Mittel zu warten, nahm der Dorferneuerungsverein die Sache selbst in die Hand, organisierte sich und stellte Spenden auf die Beine.
Ich hätte nicht gedacht, dass wir es schaffen. Nun heißt es, den Kurs fortzusetzen und einen finanziellen Polster aufzubauen.

Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli
Bild: Doris Seebacher
Trotz aller Einsparungen bleibt klar: Manche Einrichtungen sind für Baden unverzichtbar – auch wenn sie finanziell belasten. Die Römertherme etwa schlägt jährlich mit rund einer Million Euro Minus zu Buche, das Strandbad mit weiteren 700.000 Euro.
Ein echter Sparkurs würde bei den Strukturen ansetzen und ohne neue Schulden auskommen.

René Hansy, FPÖ-Wirtschaftssprecher
Bild: FPÖ Baden
Für FPÖ ist dies nur „ein kurzfristiges Aufflackern auf Bürgerkosten“
Kritik dazu übt FP-Wirtschaftssprecher und Vorsitzender des Prüfungsausschusses René Hansy: „ Das Budget 2026 und auch das bessere Ergebnis 2025 beruhen vor allem auf höheren Gebühren und kosmetischen Einsparungen, nicht aber auf echten Reformen. Im Entwurf für 2026 stehen wieder ein negatives Ergebnis und 4,9 Millionen Euro neue Schulden. Gleichzeitig bleibt das Haftungsrisiko der Stadt mit rund 46 Millionen Euro enorm“.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.