Anrainer im Innsbrucker Stadtteil Wilten schlagen Alarm wegen eines 20 Meter hohen Bürohauses in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Die Opposition wendet sich mit einer klaren Forderung an die Stadtführung.
In der Jänner-Sitzung hat der Gemeinderat gegen die Stimmen von KPÖ und ALi Grundsatzbeschlüsse für ein sechsstöckiges Bürohaus gefasst. Das Amt für Stadtplanung, Mobilität und Integration – politisch zuständig ist Grünen-StR Janine Bex – vertritt die Auffassung, dass das Projekt „aufgrund seiner Kompaktheit, Klarheit, seiner architektonischen Qualitäten und seines geringen Fußabdruckes den Anforderungen des historischen städtebaulichen Kontextes und den Zielsetzungen des gesamten Planungsbereiches gerecht“ wird.
Wohnnutzung auf dem Grundstück schwierig
Das Projekt sei gemeinsam mit dem Innsbrucker Gestaltungsbeirat entwickelt und mit den Fachplanungsämtern der Stadt abgestimmt. Eine Wohnnutzung sei nicht möglich – „aufgrund nicht realisierbarer Nebenanlagen“ auf dem betreffenden Grundstück.
Ob das Projekt jedoch in der derzeit diskutierten Höhe angemessen ist, bleibt zu hinterfragen.
DNI-Klubobmann Franz Jirka
Politische Reaktionen: „Gleiches Recht für alle“
Die Würfel scheinen also gefallen. Wie geht es nur weiter? Derzeit werden die bis Fristende eingelangten Stellungnahmen „sorgfältig gesichtet und als Grundlage für die weitere politische Diskussion vorbereitet“, heißt es dazu vonseiten der Stadt auf Anfrage der „Krone“.
Nagelprobe für städtische Bürgerbeteiligung
„Jetzt wird man sehen, ob es BM Hannes Anzengruber ernst ist mit der viel gepriesenen Bürgerbeteiligung“, sagt dazu Liste-Fritz-GR Andrea Haselwanter-Schneider. Die Stadt müsse mit offenen Karten spielen und auch den Nachbarn erlauben, Dachgeschoßwohnungen für Wohnzwecke auszubauen.
„Die Verantwortlichen der Stadt müssen dringend eine gemeinsame Lösung mit den Anrainerinnen und Anrainern finden. Das Projekt kann nur im Einklang mit der Nachbarschaft zum Erfolg führen“, sagt FP-Klubobfrau Andrea Dengg.
Derzeitiges Gebäude „keine Besonderheit“
„Der bestehende Bau stellt städtebaulich keine Besonderheit dar, weshalb wir eine Verbesserung der Situation durch einen Neubau grundsätzlich begrüßen“, betont Franz Jirka, Klubobmann des „Neuen Innsbruck“. „Ob das Projekt jedoch in der derzeit diskutierten Höhe angemessen ist, bleibt zu hinterfragen. Gerade die Hinweise der Fachleute und Sorgen der Anrainer, wonach sich das Gebäude zu wenig in den bestehenden Stadtraum einfügt, sollte die Stadtführung einer weiteren Prüfung unterziehen.“
Die Reduktion um zumindest ein Stockwerk könne „zu einem gedeihlichen Einvernehmen mit den Anrainern“ führen, ist Jirka überzeugt.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.