Im Vorjahr stieg die Zahl um zehn Prozent. Im Durchschnitt musste die Bergrettung im Vorjahr 2,5 Mal am Tag ausrücken. Traurig: Viele Einsätze am Berg könnten durch bessere Vorbereitung vermieden werden.
Die Bergrettung Niederösterreich/Wien blickt auf ein besonders intensives Jahr zurück. 886 Einsätze mussten die freiwilligen Retter im Vorjahr bewältigen – so viele wie noch nie. 928 Menschen wurden dabei aus alpinen Notlagen gerettet. Im Schnitt rückte die Bergrettung zweieinhalb Mal pro Tag aus. Positiv dabei: die Zahl der tödlichen Alpinunfälle ist von 14 auf elf gesunken. „Bedauerlich ist, dass viele Einsätze mit besserer Vorbereitung vermieden werden könnten“, erklärt Landesleiter Karl Weber. 233 Mal mussten unverletzte Personen gerettet werden, weil sie erschöpft waren, schlecht ausgerüstet oder die Gefahren unterschätzt hatten. Besonders Sorgen bereiten der Bergrettung auch immer mehr Nachteinsätze, deren Zahl zuletzt deutlich gestiegen ist.
Rekorde sind normalerweise etwas, worüber man sich freut. In unserem Fall wünschen wir uns das nicht.

Karl Weber, Landesleiter der Bergrettung NÖ/Wien
Bild: Plöchl/Bergrettung NÖ/Wien
Die Gründe für die steigenden Einsätze sieht Weber in mangelnder Vorbereitung, wachsendem Andrang in den Bergen, raschen Wetterumschwüngen und zunehmender Selbstüberschätzung. „Viele verlassen sich darauf, dass im Notfall ohnehin jemand kommt. Doch ein Recht auf Rettung gibt es nicht – besonders dann nicht, wenn Einsatzkräfte selbst in Gefahr geraten würden.“
Tolle Leistung: 20.000 Stunden ehrenamtlich im Einsatz
Trotz der steigenden Belastung leisten die rund 1340 Bergretter ihre Arbeit weiterhin ehrenamtlich. Insgesamt investierten sie im vergangenen Jahr rund 20.000 Stunden in Einsätze, Vorbereitung und Ausbildung. Die Bergrettung appelliert daher eindringlich an alle Bergsportler: „Gute Planung, passende Ausrüstung und Eigenverantwortung bleiben die wichtigste Lebensversicherung in den Bergen“, so Weber.
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