Er habe bis zuletzt auf eine rechtzeitige Genesung gehofft, erklärte der 31-Jährige. "Ich hatte gehofft, dass ich schon gegen Jamaika wieder angreifen kann. Aber am Freitag in der Früh waren die Schmerzen wieder da. Die Tests haben gezeigt, dass eine WM-Teilnahme nicht möglich ist", verlautete der Bayern-Flügelspieler.
Der Hoffnungsträger der "Equipe tricolore" verspürte am Freitag im Training starke Schmerzen, musste die Einheit daraufhin abbrechen und wurde ins Krankenhaus nach Rambouillet gebracht. "Untersuchungen am Nachmittag haben bestätigt, dass sich seine Situation verschlechtert hat. So wie es derzeit aussieht wird er einige Wochen nicht trainieren können, geschweige denn ein Spiel bestreiten", sagte Frankreichs Trainer im Trainingslager in Clairefontaine mit bedrückter Miene über seinen Superstar.
Tiefpunkt eines bisher enttäuschenden Jahres
Für Ribery ist es der Tiefpunkt eines bisher enttäuschenden Jahres 2014. Im Jänner war er bei der Wahl zum Weltfußballer des Jahres übergangen worden und musste die Auszeichnung als Dritter dem portugiesischen Star Cristiano Ronaldo überlassen, obwohl er in der vergangenen Saison mit dem FC Bayern alles gewann, was es zu gewinnen gibt.
In der Rückrunde folgten weitere gesundheitliche Rückschläge, wie etwa eine Gesäß-Operation, die ihn zu einer mehrwöchigen Pause zwang. Auch sportlich lief es nicht mehr rund. Die Münchner holten zwar noch das Double, schieden mit Ribery fern seiner Topform aber in der Champions League im Halbfinale gegen Real Madrid aus. Dazu beeinträchtigten den Vordermann von ÖFB-Star David Alaba schon in der Saison-Schlussphase die Rückenbeschwerden.
Ribery hatte letztmals im DFB-Cupfinale gegen Borussia Dortmund vor gut drei Wochen (2:0) gespielt. Aber schon da hatte er wegen seiner Beschwerden zunächst auf der Bank gesessen, war dann aber ein- und später wieder ausgewechselt worden. In den ersten beiden WM-Testspielen der Franzosen gegen Norwegen (4:0) und Paraguay (1:1) war der 31-Jährige schon nicht mehr dabei. In den vergangenen Tagen hatte die medizinische Abteilung versucht, den Star wieder fit zu bekommen - vergeblich.
Deschamps: Ein trauriger Tag, aber wir müssen da durch"
Die Franzosen müssen nun trotzdem den Blick nach vorne richten. "Das ist ein schwieriger Moment für die Gruppe, ein trauriger Tag, aber wir müssen da durch", ist sich Deschamps bewusst. Wichtig sei es nun, zuversichtlich zu bleiben. "Mit einem zu 100 Prozent leistungsfähigen Ribery sind wir ein besseres Team, aber wir werden versuchen, es auch ohne ihn zu schaffen", ergänzte Frankreichs Teamchef. Und Yohan Cabaye fügte noch hinzu: "Er wird uns fehlen. Auch seine Lebenslust und sein Humor. Aber wir müssen den Ehrgeiz beibehalten und an unseren Zielen festhalten, so, als wäre er noch bei uns."
Für die Franzosen gab es aus personeller Sicht noch eine weitere schlechte Nachricht, fällt doch nun auch der offensive Mittelfeldspieler Clement Grenier von Olympique Lyon wegen einer Oberschenkelverletzung aus. Zuvor hatte auch schon Ersatzgoalie Steve Mandanda verletzungsbedingt passen müssen. Die beiden Mittelfeldspieler Morgan Schneiderlin (Southampton) und Remy Cabella (Montpellier) wurden in der 23-Mann-Kader nachnominiert.
Frankreich trifft in Brasilien in Gruppe E auf Honduras (15. Juni), die Schweiz (20. Juni) und Ecuador (25. Juni).
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