In Götzis, der Heimatgemeinde von „Krone“-Kolumnist Robert Schneider, wird seit rund einem Jahr ein Hochwasserschutzprojekt von enormen Ausmaßen realisiert. So ganz ohne Zwischenfälle läuft das Vorhaben allerdings nicht ab.
In Götzis blickt ein Gewerk von biblischen Ausmaßen endlich seiner Vollendung entgegen. Endlich deshalb, weil es bei der Errichtung der gewaltigen Staustufe für den mickrigen Emmebach durch die WLV (Wildbach- und Lawinenverbauung) zu einigen unvorhergesehenen Zwischenfällen kam.
Eine Heerschar von Ingenieuren, Hochwasserschutzspezialisten, Statikern und Geologen fürchteten sich schon seit vielen Jahren vor dem sogenannten „Kugel-Wetter“, also jenen schnell von der Hohen Kugel herabziehenden Wolkenbrüchen, die einmal in hundert Jahren ganz Götzis überschwemmen und total verwüsten. Ein Rückhaltebecken musste her, keine Frage. Klimawandel. Noch nie was davon gehört? Seit März 2025 wird darum in der Örflaschlucht gegraben, gebaggert und betoniert, was das Zeug hergibt.
Voll Elan gingen die Ingenieure ans Werk, die Baggerschaufeln fraßen sich hungrig in die steilen Wiesenhänge, bis eines Morgens offenkundig wurde, dass der ganze Hang samt der Straße abzurutschen drohte, direkt hinunter ins Bachbett des so ungemein gefährlichen Bächleins. Der Bürgermeister selbst rückte mit der Schaufel an, um die sich abzeichnenden Risse mit etwas Schotter auszubessern. Nächtliche Posten schoben Wache, die Anrainer wurden ihres Lebens nicht mehr froh. Kein Jahrhunderthochwasser, sondern ein Jahrhundertrutsch!
Lange standen die Arbeiten am im Volksmund liebevoll genannten „Götzner Niagarafall“ still. Neue geologische Gutachten mussten her. Die Irritationen in der Bevölkerung waren groß: Geht die Straße ab oder nicht?
Kürzlich wurde verlautbart, dass das geniale Gewerk weit teurer ausfallen könnte als kalkuliert. Meine Jungs halten jedenfalls ihre Stand-up-Paddles bereit. Es wird herrlich sein, im neuen Stausee zu chillen. Aber eben erst beim Jahrhundertwasser.
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