Frauen haben erst seit den 1970er-Jahren Zugang zum Rettungsdienst des Vorarlberger Roten Kreuzes. Heute machen sie etwa ein Drittel der Mitarbeitenden aus – sowohl als Angestellte als auch als Freiwillige – und sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.
Das Rote Kreuz Vorarlberg beschäftigt rund 330 Mitarbeitende und koordiniert etwa 1500 Ehrenamtliche. Frauen unterstützen die Organisation seit langem, anfangs vor allem in sozialen Bereichen. Der große Wendepunkt kam in den 1970er-Jahren: Damals erhielten Frauen erstmals Zugang zum Rettungsdienst. Sie waren zunächst nur ehrenamtlich tätig und in Schwesterntracht unterwegs. Erst im Jahr 2000 durfte eine Frau erstmalig als berufliche Sanitäterin die offizielle Uniform anziehen.
Frauenanteil wächst stetig
Die Zeiten haben sich grundlegend geändert: In der Gesamtorganisation des RK Vorarlberg arbeiten heute 37 Prozent Frauen und 63 Prozent Männer. Im beruflichen Rettungsdienst liegt der Frauenanteil bei knapp 20 Prozent. Im Ehrenamt engagieren sich ebenfalls gut ein Drittel Frauen. Sie unterstützen in verschiedenen Bereichen: im Sanitätsdienst, bei Schulungen, in Gesundheitsdiensten, der Katastrophenhilfe und im Jugendrotkreuz.
„Am Anfang musste man sich manchmal noch beweisen“
Eine dieser unverzichtbaren Frauen ist Gülcan Akin. Die ausgebildete Fitness- und Gesundheitstrainerin sowie Einzelhandelskauffrau fand vor drei Jahren den Weg zum Roten Kreuz. Als Notfallsanitäterin in Feldkirch ist sie Teil der 22-köpfigen Abteilungsmannschaft, in der rund 30 Prozent Frauen tätig sind. „Am Anfang muss man sich als Frau manchmal noch beweisen. Wobei in unserem Beruf weder das Geschlecht noch körperliche Unterschiede entscheidend sind. Viel wichtiger sind Fachkompetenz, Professionalität, Teamfähigkeit und Empathie. Ich fühle mich jedenfalls als gleichwertiger Teil eines starken Teams. Die Zusammenarbeit ist respektvoll und kollegial“, betont Gülcan.
Am Anfang muss man sich als Frau manchmal noch beweisen. Wobei in unserem Beruf weder das Geschlecht noch körperliche Unterschiede entscheidend sind.
Gülcan Akin
„Wir sind wie eine große Familie“
Klare Strukturen und gute Organisation spielen für Gülcan aber nicht nur im Berufsleben eine zentrale Rolle, sondern auch privat: Als zweifache, alleinerziehende Mutter stellt sie sich täglich der Herausforderung, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. „Das erfordert sorgfältige Planung und ein verlässliches Umfeld. Aber mit Disziplin, klaren Prioritäten und viel Herz gelingt es mir, beidem gerecht zu werden“, sagt sie. Besonders dankbar ist für die Unterstützung durch ihre Kolleginnen und Kollegen in der Abteilung: „Wir halten zusammen, wir sind wie eine große Familie, in der jeder jeden unterstützt.“
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