Geringe Beteiligung

Landwirtschaftskammerwahl: Blaue Bauern legen zu

Vorarlberg
08.03.2026 14:28
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Im Westen nichts Neues: Der ÖVP-Bauernbund bleibt in der Vorarlberger Landwirtschaftskammer die alles dominierende Kraft, die FPÖ-Bauern dürfen sich aber immerhin über einen Achtungserfolg freuen.

Bei der Landwirtschaftskammerwahl in Vorarlberg ist der ÖVP-Bauernbund rund um Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger stärkste Fraktion geblieben, hat aber ein Mandat an die „Freiheitlichen und Unabhängigen Bauern“ verloren. Damit verfügen die ÖVP-Bauern in den kommenden fünf Jahren über 15 der 19 Mandate in der Vollversammlung, die FPÖ-Bauern werden – anstatt bisher drei – künftig vier Mandate halten. Alarmierend ist die niedrige Wahlbeteiligung von gerade einmal 36,72 Prozent – 2021 waren es 43,33 Prozent, 2016 hatten noch über 50 Prozent der Wahlberechtigten am Urnengang teilgenommen.

Das Idyll trügt: Die Landwirtschaft in Vorarlberg hat mit vielen Problemen zu kämpfen.
Das Idyll trügt: Die Landwirtschaft in Vorarlberg hat mit vielen Problemen zu kämpfen.(Bild: Mathis Fotografie)

14.631 Wahlberechtigte
Die Ergebnisse im Detail: Zur Wahl aufgerufen waren insgesamt 12.882 Land- und Forstwirte sowie 1749 Dienstnehmer. Bei den Land- und Forstwirten votierten 77,28 Prozent für den Bauernbund (2021: 80,12 Prozent), 22,72 Prozent der Stimmen entfielen auf die freiheitlichen Bauern (2021: 19,88 Prozent). Bei den Dienstnehmern kam der Bauernbund auf 75,26 Prozent (2021: 79,93 Prozent), den Freiheitlichen schenkten 24,74 Prozent ihr Vertrauen (2021: 20,07 Prozent). In der Sektionsversammlung der Land- und Forstwirte hält der Bauernbund somit nun elf von 14 Sitzen, bei den Dienstnehmern vier von fünf. Zusammen bilden die Mitglieder der beiden Sektionen die Vollversammlung. Diese muss sich binnen drei Wochen nach der Wahl konstituieren und aus ihrer Mitte das dreiköpfige Präsidium wählen.

Moosbrugger sieht „klaren Arbeitsauftrag“
Josef Moosbrugger, seit 1999 Vorarlbergs Landwirtschaftskammerpräsident und seit Mai 2008 zudem Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, sprach in einer ersten Reaktion von einer „deutlichen Bestätigung“ und sieht einen „klaren Arbeitsauftrag“. Das Ergebnis zeige aber auch die angespannte Stimmung angesichts zahlreicher Unsicherheiten: das künftige Agrarbudget der EU, die belastende Bürokratie sowie spezifisch vorarlbergische Themen wie die Rinder-TBC-Problematik. Die niedrige Wahlbeteiligung interpretierte Moosbrugger durchaus originell: Zwar schmerze es, dass nicht mehr Menschen ihr Wahlrecht in Anspruch genommen hätten, möglicherweise zeige sich in der mauen Beteiligung aber auch die Zufriedenheit mit der Arbeit der Kammer. Soll meinen: Weil alles so toll läuft, gibt es keinen Wunsch nach Veränderung.

Zitat Icon

Die niedrige Wahlbeteiligung schmerzt. Möglicherweise zeigt sich darin aber auch die Zufriedenheit mit der Arbeit der Kammer.

Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger

Freiheitliche freuten sich über Zugewinn
FPÖ-Spitzenkandidat Robert Blum war naturgemäß mit dem Ergebnis happy: „Wir haben unser Ziel erreicht und ein Plus bei Prozenten und Mandaten eingefahren.“ Er lobte den Wahlkampf als sachlich und fair, man freue sich auf die weitere Zusammenarbeit. Die Wahlbeteiligung befand er als „absolut unzufriedenstellend“. Allerdings sei dieses Phänomen auch bei anderen Kammerwahlen zu beobachten. Man müsse daher alle Hebel in Bewegung setzen, um diesen besorgniserregenden Trend zu stoppen, so Blum.

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