Wohnen im Dialog

„Wir arbeiten direkt da, wo Spannungen entstehen“

Oberösterreich
03.03.2026 14:52

Volksgarten, Hauptbahnhof, Grünmarkt: Wo viele Menschen aufeinandertreffen, braucht es mehr als nur Kontrolle. In Linz setzen Stadt, Ordnungsdienst und Volkshilfe auf enge Abstimmung, regelmäßige Präsenz und direkte Gespräche vor Ort. Wie dieses Zusammenspiel funktioniert – und warum es auf Dialog statt Verdrängung setzt -, zeigt der aktuelle Jahresbericht.

Seit mehreren Jahren setzt die Stadt im öffentlichen Raum auf ein Modell, das klare Regeln mit sozialer Begleitung verbindet. Mit dem Jahresbericht 2025 zieht das Projekt „Wohnen im Dialog“ nun Bilanz – und sieht vor allem im Volksgarten und rund um den Hauptbahnhof eine spürbare Stabilisierung.

Deutliche Entwicklung im Volksgarten
Gerade der Volksgarten stand in den vergangenen Jahren im Fokus. Die Stadt weitete 2023 das bestehende Kooperationsmodell gezielt aus, 2024 folgte eine abgestimmte Umgestaltung des Parks. Seither setzen Ordnungsdienst und Sozialarbeit verstärkt auf Präsenz, Gesprächsangebote und klare Rahmenbedingungen. Die Zahlen zeigen nun eine deutliche Entwicklung: Musste der Ordnungsdienst 2022 noch in 1211 Fällen einschreiten, waren es im Vorjahr 530 Interventionen. FP-Sicherheitsstadtrat Michael Raml sieht darin eine Bestätigung des eingeschlagenen Weges: „Ein geordnetes und gutes Zusammenleben braucht klare Regeln und die Bereitschaft, diese einzuhalten. Wer sich respektvoll verhält, hat nichts zu befürchten.“

Ohne Unsicherheitsgefühl nutzbar
Der Park wurde baulich aufgewertet, die Präsenz des Ordnungsdienstes verstärkt und ein Alkoholverbot eingeführt. Gleichzeitig blieb die aufsuchende Sozialarbeit fixer Bestandteil des Konzepts. „Die Linzer sollen den Volksgarten ohne Unsicherheitsgefühl nutzen können – sei es zur Erholung, auf dem Weg zur Arbeit oder am Spielplatz. Deshalb haben wir den Stützpunkt des Linzer Ordnungsdienstes bewusst in unmittelbare Nähe verlegt und die Präsenz deutlich verstärkt. Das Alkoholverbot war ein wichtiger Schritt, zeigt aber auch, dass Einzelmaßnahmen nicht ausreichen. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus klaren Regeln, konsequenter Kontrolle, baulicher Aufwertung und professioneller Sozialarbeit. Genau dieses Bündel an Maßnahmen setzen wir im Volksgarten um“, betont Raml.

„Dort, wo Spannungen entstehen“
Dass die Arbeit nicht nur ordnungspolitisch gedacht ist, unterstreicht Volker Atteneder von der Volkshilfe: „Wir arbeiten direkt dort, wo Spannungen entstehen – in Parks, an Verkehrsknotenpunkten oder in Wohnanlagen. Durch kontinuierliche Beziehungsarbeit und enge Vernetzung mit der Stadt Linz bzw. dem Linzer Ordnungsdienst können wir Konflikte frühzeitig erkennen und tragfähige Lösungen entwickeln.“

Auf Hauptbahnhof-Vorplatz ausgeweitet
Seit Juli 2025 wurde die Zusammenarbeit auch auf den Vorplatz des Hauptbahnhofs ausgeweitet. Dort reagierte die Stadt auf bauliche Veränderungen und Verlagerungseffekte mit verstärkter Präsenz und niederschwelligen Hilfsangeboten.

GWG-Park und Grünmarkt
Auch in kleineren Zielgebieten blieb das Projekt präsent: Im GWG-Park reagierte man auf Beschwerden mit verstärkter Sozialarbeit, ohne dass es zu Eskalationen kam. Am Grünmarkt wurden nach baulichen Veränderungen vermehrte Aufenthalte wohnungsloser Personen begleitet und Unterstützungsangebote vermittelt.

Atteneder sieht positive Entwicklung
Für Atteneder zeigt der Bericht insgesamt eine positive Entwicklung:
„Der aktuelle Bericht für den Standort Linz zeigt deutlich, wie wirksam die enge Zusammenarbeit zwischen Sozialarbeit, Ordnungsdienst und Stadt Linz ist. Durch kontinuierliche Präsenz im öffentlichen Raum, eine abgestimmte Vorgehensweise mit der Polizei sowie den laufenden Austausch mit Anrainerinnen und Anrainern sowie weiteren Nutzergruppen konnten Beschwerdelagen reduziert, Konflikte frühzeitig entschärft und sensible Bereiche stabilisiert werden. Besonders in herausfordernden Zielgebieten wie Volksgarten oder Hauptbahnhof wird sichtbar, dass Sicherheit und soziale Verantwortung einander nicht ausschließen, sondern sich ergänzen – und damit unmittelbar zur Lebensqualität der Linzerinnen und Linzer beitragen.“

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